150 Prozent Anstieg, dann der Crash - warum Silber strategisch kritisch wird

upday.com 2 godzin temu
Silber ist massiv gefragt. (Archivbild) Sven Hoppe/dpa

Der Silberpreis ist vor wenigen Tagen massiv eingebrochen - nach monatelangen steilen Anstiegen. Die Entwicklung rückt ein Edelmetall in den Fokus, das für Schlüsseltechnologien wie Künstliche Intelligenz, Photovoltaik und Elektronik unverzichtbar ist und zunehmend knapp wird. Die USA haben Silber bereits 2025 als kritischen Rohstoff eingestuft, China schränkt seit diesem Jahr die Exporte ein.

«Silber entwickelt sich damit zu einem strategisch relevanten, zunehmend knappen Rohstoff - mit realwirtschaftlichen Folgen weit über den Finanzmarkt hinaus», sagte York Tetzlaff, Chef des Branchenverbandes Fachvereinigung Edelmetalle mit Sitz in Pforzheim. Der Preis war 2025 um fast 150 Prozent gestiegen.

Unverzichtbar für Zukunftstechnologien

Silber besitzt einzigartige Eigenschaften: die höchste elektrische und thermische Leitfähigkeit aller Metalle, hohe Lichtreflexion und antibakterielle Wirkung. «Damit ist Silber ein essenzieller Rohstoff, insbesondere für Schlüsselindustrien wie Elektronik, Photovoltaik, Medizin und die Automobilindustrie», erklärte Tetzlaff. Das Metall steckt in Schaltern, Leiterplatten, Computern, Handys, LED-Chips und Solarzellen.

«Ein großer Nachfragetreiber sollte in den kommenden Jahren auch die Künstliche Intelligenz mit den dafür benötigten Datenspeicherzentren werden», so Tetzlaff. Gleichzeitig dient Silber als Inflationsschutz. «Investiert wird vor allem über physische Münzen und Barren sowie über börsengehandelte Silberprodukte (ETCs)», sagte er.

Angespanntes Angebot trifft auf steigende Nachfrage

Die globale Silberproduktion liegt laut Silver Institute bei etwa 31.100 bis 31.800 Tonnen pro Jahr. Mexiko liefert rund 24 Prozent, China und Peru jeweils etwa 13 Prozent, Polen als größter europäischer Produzent rund fünf Prozent. Etwa vier Fünftel stammen aus Minen.

«Die bekannten wirtschaftlich abbaubaren Silberreserven werden auf rund 650.000 Tonnen geschätzt», erklärte Tetzlaff - das reicht bei konstanter Förderung für etwa 25 Jahre. «Zusätzlich verknappen die 2026 wirksam gewordenen Exportbeschränkungen Chinas, die staatliche Lizenzen für Silberexporte verlangen und kleinere Exporteure praktisch aussperren, das Silberangebot.»

Dramatischer Preissturz nach übertriebener Rally

Wolfgang Wrzesniok-Roßbach von der auf Edelmetallthemen spezialisierten Unternehmensberatung Fragold in Dietzenbach ordnete die Preisbewegung ein: «Grundsätzlich folgte Silber mit seinem Anstieg dem Goldpreis, der es dank daraus entstehender spekulativer Nachfrage mit sich gerissen hat.» Der rasante Anstieg der letzten Wochen sei völlig übertrieben und nicht rational oder fundamental zu erklären gewesen.

«Insofern war die dramatische Reaktion am Freitag zwar ungewöhnlich deutlich, aber keineswegs unerwartet», sagte Wrzesniok-Roßbach. Er rechnet für die kommenden Wochen mit hoher Volatilität und einer Spanne zwischen 60 und vielleicht 100 Dollar je Unze.

Folgen für Verbraucher und Investoren

«Für Verbraucher bedeutet das steigende Preise und eine höhere Volatilität, die sich nicht nur in Anlageprodukten, sondern mittelfristig auch in Alltagsgütern wie Elektronik oder Solartechnik niederschlagen kann», warnte Tetzlaff. Trotz des jüngsten Preissturzes rät Wrzesniok-Roßbach zur Vorsicht: «Aber Anleger sollten nicht zu jedem Preis einsteigen und trotz des großen Rückgangs vom letzten Freitag vielleicht sogar noch einen weitergehenden Rückgang der Notierung abwarten.»

Forderung nach politischem Handeln

Wrzesniok-Roßbach forderte: «Die EU und damit auch Deutschland sollten Silber so schnell wie möglich ebenfalls als kritischen Rohstoff einordnen, da er für die Wirtschaft ein unerlässlicher Rohstoff ist und gerade auch bei der Energiewende ausgesprochen wichtig ist.»

Tetzlaff ergänzte: «Mit Instrumenten wie dem Critical Raw Materials Act (CRMA) müssen auch für Silber Recycling, Verarbeitungskapazitäten und Lieferketten-Diversifizierung deutlich schneller vorangebracht werden, um Abhängigkeiten zu reduzieren und die Versorgung zentraler Zukunftsindustrien mit Silber abzusichern.» Allein in Deutschland liegen in rund 195 Millionen alten Handys etwa 50 Tonnen Silber.

Wrzesniok-Roßbach wird im März auf dem ZukunftsForum Edelmetalle in Frankfurt weitere Entwicklungen analysieren.

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.

Idź do oryginalnego materiału