Die deutsche Handball-Nationalmannschaft steht nach der 27:30-Niederlage gegen Serbien vor dem historischen Vorrunden-Aus bei der Europameisterschaft. Das Team von Bundestrainer Alfred Gislason muss am Montag (20:30 Uhr, ARD) gegen Spanien mit mindestens drei Toren Vorsprung gewinnen, um die Hauptrunde zu erreichen. Es wäre das erste EM-Vorrunden-Aus in der aktuellen Turnierform.
Deutschland vergab in Herning eine komfortable Vier-Tore-Führung zur Halbzeit und brach in der zweiten Hälfte komplett ein. Das Team verlor die zweite Halbzeit mit 10:17. In der Gruppe A führt Spanien mit 4:0 Punkten, Serbien und Deutschland folgen mit jeweils 2:2 Punkten, Österreich ist mit 0:4 Punkten Letzter.
Knorr äußert massive Frustration
Spielmacher Juri Knorr zeigte sich im ARD-Interview außergewöhnlich emotional. «Ich bin ultrafrustriert», sagte der 25-Jährige. Er kritisierte indirekt die Coaching-Entscheidungen: «Wenn man auf der Bank sitzt, ein gutes Gefühl hat und nicht helfen kann. Das verstehe ich heute nicht.» Knorr spielte nur 28:29 Minuten und erzielte fünf Tore.
Der Spielmacher analysierte die zweite Halbzeit kritisch: «Ich weiß nicht genau, wir stellen nach der Pause alles um, und natürlich spielen wir auch gegen eine sehr gute Mannschaft. Die haben bestraft, dass wir einfach nicht weitergemacht haben.» Er fügte hinzu: «Momentan ist die Basis die Angst. Und ich weiß nicht warum.»
Gislasons folgenschwerer Fehler
Bundestrainer Gislason übernahm die Verantwortung für einen entscheidenden Fehler. Er nahm in der 57. Minute ein Timeout «einen Bruchteil einer Sekunde zu früh», wodurch Deutschland ein 26:26-Tor von Knorr aberkannt wurde. «Das ist natürlich fatal aus meiner Sicht und geht völlig auf mich. Ich wollte das Timeout nehmen, wo wir gerade vollzählig sind. Leider habe ich dann den Bruchteil einer Sekunde zu früh gedrückt», erklärte Gislason.
Knorr spielte den Fehler des Trainers herunter: «Ich weiß nicht, ob ich darauf antworten sollte. Aber daran hat es nicht gelegen. Das passiert.» DHB-Präsident Andreas Michelmann hatte Gislason kürzlich keine Jobgarantie über dessen Vertrag bis 2027 hinaus gegeben.
Spanien als hohe Hürde
Kapitän Johannes Golla zeigte sich kämpferisch: «Do or die – das nehmen wir so an. Wir müssen jetzt den Kopf hochnehmen, dürfen nicht zwei Tage die Schultern hängen lassen.» Die Niederlage sei verdient gewesen, aber man habe genügend Qualität in der Mannschaft.
Gislason beschrieb die Aufgabe realistisch: «Wir müssen die Spanier mit drei Toren schlagen, was alles andere als einfach ist. Aber das müssen wir machen, wenn wir nicht rausfliegen wollen.» Er bezeichnete es als «maximal schweren Aufgabe, die wir jetzt bekommen. Bislang haben sich die Spanier als die stärkste Mannschaft dieser Gruppe gezeigt.» Spanien besiegte bereits Serbien (29:27) und Österreich (30:25).
Torhüter Andreas Wolff appellierte an die Mannschaft: «Wir hatten selten solch einen Druck und müssen schauen, dass wir gegen Spanien ein anderes Gesicht zeigen. Es gilt, sich gegenseitig Mut zu machen und top motiviert ins Feld zu ziehen.» Knorr kündigte an: «Spanien hat einen Flow, das Momentum, aber wir müssen sie kaputt rennen, die Energie aus der Frustration schöpfen.»
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.






