Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Klaus Josef Lutz wegen des Verdachts der Untreue. Der langjährige Chef des Baywa-Konzerns und prominente bayerische Wirtschaftsfunktionär steht im Fokus der Untersuchungen zum aktuellen Sanierungsfall des Münchner Mischkonzerns. Baywa ist seit 2024 einer der größten Restrukturierungsfälle in Deutschland.
Lutz war von 2008 bis Frühjahr 2023 Vorstandsvorsitzender der Baywa. Anschließend wechselte er für wenige Monate als Aufsichtsratsvorsitzender in das Kontrollgremium, bis er Anfang 2024 auch diese Position aufgab. Heute ist er Präsident des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags sowie der Industrie- und Handelskammer München und Oberbayern.
Baywa in schwerer Krise
Der Agrarhandelskonzern geriet im Sommer 2024 in massive finanzielle Schwierigkeiten. Das Unternehmen sitzt auf Bankschulden von 5,4 Milliarden Euro. Diese Kredite hatte Baywa in den 2010er Jahren für eine internationale Expansion aufgenommen – eine Strategie, die Lutz als damaliger Vorstandschef steuerte.
Der aktuelle Vorstand arbeitet an einem Sanierungsplan. Ziel ist es, bis Ende 2028 rund 4 Milliarden Euro der Schulden zurückzuzahlen. Dafür müssen etwa zwei Drittel der früheren Baywa-Geschäfte verkauft werden, vor allem die im Ausland auf Kredit erworbenen Tochtergesellschaften.
Ermittlungen und Reaktionen
Der Verdacht der Untreue bezieht sich typischerweise auf den Vorwurf, dass Manager Firmenvermögen vorsätzlich verschleudert oder aufs Spiel gesetzt haben. Die Staatsanwaltschaft hat nicht präzisiert, welche konkreten Vorwürfe gegen Lutz erhoben werden.
Lutz informierte die IHK München und Oberbayern am Vortag über die Ermittlungen. Wegen der zeitlichen Inanspruchnahme durch die Untersuchung wird er sich dort vertreten lassen. Der Baywa-Konzern betonte seine Kooperation mit der Staatsanwaltschaft. Für Lutz gilt die Unschuldsvermutung.
Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft bereits gegen Vorstandsmitglieder ermittelt, die für den Jahresabschluss 2023 verantwortlich waren. Der Verdacht: Die frühere Konzernführung habe die Risiken des hoch verschuldeten Unternehmens geschönt. Lutz hatte den Jahresabschluss 2023 nicht unterzeichnet.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.




