Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erstmals seit längerem offizielle Zahlen zu den Verlusten seines Landes genannt: 55.000 Soldaten seien seit Beginn der russischen Invasion vor fast vier Jahren getötet worden. Diese Angabe machte Selenskyj in einem Interview mit dem französischen Sender France2.
Zu den Gefallenen sagte Selenskyj: «Darunter fielen auch Berufssoldaten und Mobilisierte.» Zusätzlich kämpfte der Präsident mit Tränen, als er ergänzte: «Hinzu komme eine große Zahl von Menschen, die vermisst würden.» Eine konkrete Zahl der Vermissten nannte er nicht.
Die neuen Angaben bedeuten einen Anstieg gegenüber früheren Zahlen. Vor etwa einem Jahr hatte Selenskyj dem britischen Journalisten Piers Morgan mehr als 45.000 gefallene und 390.000 verletzte Soldaten genannt. Seit 2025 konnten mehr als 16.500 sterbliche Überreste gefallener Soldaten aus Russland an die ukrainische Seite zurückgeführt werden.
Deutliche Diskrepanz zu unabhängigen Schätzungen
Die offiziellen ukrainischen Zahlen weichen stark von unabhängigen Schätzungen ab. Das Washingtoner Forschungsinstitut CSIS bezifferte Ende Januar die ukrainischen Verluste seit Februar 2022 auf 500.000 bis 600.000 Soldaten, darunter 100.000 bis 140.000 Tote. Auf russischer Seite schätzt das CSIS 1,2 Millionen Verluste mit 325.000 Toten.
Das russische Nachrichtenportal "Mediazona" kam Ende Januar auf mindestens 168.000 nachweislich getötete russische Soldaten. Die ukrainische Webseite ualosses.org listet 87.000 tote ukrainische Soldaten, 86.000 Vermisste und 4.400 ukrainische Kriegsgefangene in Russland.
Beide Kriegsparteien gelten als bemüht, eigene Verluste herunterzuspielen und gegnerische aufzublähen. Unabhängige Schätzungen basieren auf militärischen, nachrichtendienstlichen und behördlichen Informationen sowie öffentlichen Quellen wie Beerdigungen und Social-Media-Beiträgen. Die ukrainische Regierung zahlt Angehörigen von offiziell anerkannten Gefallenen insgesamt 15 Millionen Hrywnja, rund 294.000 Euro.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.






