Die EU-Botschafter haben am Freitag mehrheitlich dem Freihandelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten zugestimmt. Bundeskanzler Friedrich Merz begrüßte die Einigung als «Meilenstein in der europäischen Handelspolitik» und wichtiges Signal für Europas strategische Souveränität. Deutsche Wirtschaftsverbände feiern den Durchbruch nach mehr als 25 Jahren Verhandlungen als «echten Meilenstein» - gerade in Zeiten der deutschen Wirtschaftskrise.
Die Botschafter der 27 EU-Staaten stimmten am Mittag mehrheitlich für das größte Handelsabkommen, das die EU je geschlossen hat. Bis 17 Uhr müssen die EU-Hauptstädte ihre Zustimmung schriftlich bestätigen. Anschließend muss das Europäische Parlament noch zustimmen. Frankreich und Polen hatten zuvor angekündigt, gegen das Abkommen zu stimmen.
Wirtschaft sieht neue Perspektiven
Dirk Jandura, Präsident des Außenhandelsverbandes BGA, sagte gegenüber Reuters: «Das ist ein echter Meilenstein, besonders in diesen Zeiten.» Er betonte: «Und es kann Rückenwind für weitere Abkommen geben, die jetzt folgen müssen.»
Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie zeigte sich erleichtert. Hauptgeschäftsführerin Tanja Gönner erklärte gegenüber Reuters: «Die Verabschiedung von Mercosur ist ein wichtiger Erfolg für die deutsche und europäische Wirtschaft.»
Volker Treier, Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer, sagte gegenüber Reuters: «Das Abkommen bringt neue Absatzperspektiven für die Industrie, angrenzende Dienstleister und den Handel.» Zudem sichere es «Lieferketten für die Energieversorgung und den Zugang zu Rohstoffen aus den Mercosur-Staaten».
Vier Milliarden Euro Zollersparnis jährlich
Das Abkommen schafft einen gemeinsamen Markt von über 750 Millionen Menschen. Das Abkommen macht schrittweise 91 Prozent aller EU-Exporte in die Mercosur-Region - Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay - zollfrei.
Gönner nannte konkrete Zahlen: «Handelsbeschränkungen fallen weg, Unternehmen sparen rund vier Milliarden Euro jährlich an Zöllen.» Die EU-Kommission rechnet mit einer Exportsteigerung von bis zu 39 Prozent jährlich und der Schaffung von 440.000 Arbeitsplätzen in der EU.
Besonders wichtig für die Energiewende: Das Abkommen sichert den Zugang zu kritischen Rohstoffen wie Lithium und Kupfer für Elektromobilität und erneuerbare Energien. Aktuell exportieren 12.500 deutsche Unternehmen in die Mercosur-Region, davon sind 72 Prozent kleine und mittlere Betriebe.
Signal in schwierigen Zeiten
Wolfgang Große Entrup, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie, sprach von einem «guten Tag für Europa». Er sagte zu Reuters: «Nach mehr als 25 Jahren Verhandlungen sendet die EU damit in schwierigen Zeiten ein starkes Signal: Europa will mitgestalten – und nicht nur zuschauen.»
Merz äußerte sich in Berlin: «Mit dem Abkommen stärken wir unsere Wirtschaft und die Handelsbeziehungen mit unseren Partnern in Südamerika – das ist gut für Deutschland und für Europa.» Gleichzeitig kritisierte er die lange Verhandlungsdauer: «Aber: 25 Jahre Verhandlungen waren zu lang. Jetzt kommt es darauf an, die nächsten Freihandelsabkommen zügig abzuschließen.»
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.



