Deutschland und Frankreich haben die Entscheidung über das gemeinsame Luftkampfsystem FCAS erneut verschoben – diesmal auf unbestimmte Zeit. Ein Regierungssprecher bestätigte, dass die ursprünglich bis Jahresende geplante Entscheidung nicht gefallen ist. Ein neues Datum gibt es nicht. Die Verzögerung trifft Europas größtes und teuerstes Verteidigungsprojekt, das den Eurofighter und die französische Rafale ab 2040 ersetzen soll.
Der Regierungssprecher verwies gegenüber der dpa auf die umfassende deutsch-französische Agenda in außen- und sicherheitspolitischen Fragen, die ein Treffen von Präsident und Bundeskanzler zum Thema noch nicht ermöglicht habe. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte bereits im Sommer die ursprünglich für Ende August geplante Entscheidung auf Jahresende vertagt. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) bekräftigte noch im November: «Wir halten an dem Plan fest, bis zum Ende des Jahres eine Entscheidung zu treffen.»
Das Future Combat Air System umfasst ein Waffensystem, das mit bewaffneten und unbewaffneten Drohnen zusammenarbeitet. Herzstück ist eine «Combat Cloud» – ein Datennetzwerk für militärische Ressourcen. Die Gesamtkosten des Projekts mit Spanien bewegen sich im dreistelligen Milliardenbereich.
Streit über Unternehmensanteile
Schwere Konflikte über die Beteiligung der Unternehmen blockieren den Fortschritt. Der französische Konzern Dassault fordert einen Anteil von 80 Prozent am Projekt. Deutschland pocht dagegen auf eine gleichberechtigte Beteiligung von Dassault, Airbus Deutschland und dem spanischen Unternehmen Indra. Die deutsche Seite verwies im Sommer darauf, dass die bestehenden Vereinbarungen zur gleichberechtigten Teilhabe eingehalten werden müssen.
In Expertenkreisen kursieren verschiedene Kompromissszenarien. Eine Möglichkeit: zwei separate Kampfjets – Dassault produziert die Rafale, Airbus den Eurofighter. Das gemeinsame Projekt würde sich dann auf die «Combat Cloud» und die Begleitdrohnen beschränken. Diese Lösung würde jedoch Zusatzkosten verursachen und Exportprobleme schaffen, da beide Jets in Konkurrenz zueinander stünden.
Auswirkungen auf deutsch-französische Beziehungen
Ein Scheitern von FCAS hätte weitreichende Folgen für die deutsch-französische Rüstungskooperation und die bilateralen Beziehungen insgesamt. Gleichzeitig wächst die Spekulation, Deutschland könnte zum rivalisierenden Global Combat Air Programme mit Großbritannien, Italien und Japan wechseln. Die Ungewissheit über Europas wichtigstes Verteidigungsprojekt hält damit weiter an.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.




