Urs Fischer kehrt am Samstag (15.30 Uhr/Sky) als Trainer von Mainz 05 erstmals zu seinem ehemaligen Arbeitgeber Union Berlin zurück. Der 59-jährige Schweizer führte die Köpenicker fünfeinhalb Jahre lang und prägte die erfolgreichste Ära des Clubs – vom Bundesliga-Aufstieg 2019 bis zur sensationellen Champions-League-Qualifikation 2023. Nun steht er mit dem Tabellenletzten aus Mainz an der Alten Försterei – und die sportliche Realität überschattet die emotionale Rückkehr.
Fischer schrieb mit Union Berlin Geschichte. Er führte den Club aus der zweiten Liga in die Bundesliga, sicherte ein Jahr später den Klassenerhalt und qualifizierte sich dreimal in Folge für den Europapokal. Der Höhepunkt: 2023 erreichte Union unter Fischer die Champions League. Nach 14 Pflichtspielen ohne Sieg trennten sich die Wege im November 2023 einvernehmlich.
Seit Anfang Dezember trainiert Fischer Mainz 05, das mit sechs Punkten Rückstand auf Platz 15 am Tabellenende steht. Unter dem neuen Coach blieb Mainz in vier Spielen ungeschlagen, holte aber nur einen Sieg. Fischer konzentriert sich absolut auf den Abstiegskampf.
Keine Zeremonie vor dem Anpfiff
Union Berlin wollte Fischer vor dem Spiel offiziell verabschieden und würdigen. Der Trainer lehnte ab. Unions Geschäftsführer Christian Arbeit erklärte: «Wir waren im Austausch mit Urs und auch mit Mainz 05 und respektieren den Wunsch, die sportliche Situation von Mainz 05 sehr ernst zu nehmen. Deshalb gibt es keine Zeremonie vor dem Spiel.»
Arbeit stellte aber klar: «Dass es ein sehr herzlicher Empfang für Urs Fischer werden wird, versteht sich von selbst.» Die Fans an der Alten Försterei werden ihrem langjährigen Erfolgscoach die Anerkennung zeigen – nur eben nicht im Rahmen einer offiziellen Feier.
"Dieses Nostalgische ausblenden"
Fischer weiß, wie emotional die Rückkehr wird. «Fünfeinhalb Jahre war ich vorher noch nie - bei Zürich schon, aber nicht in der Verantwortung als Cheftrainer. Logisch, dass das einen auch berührt», sagte der Schweizer. Die Zeit bei Union sei eine «Wahnsinnszeit» gewesen, die man gemeinsam erleben durfte.
Doch Fischer will sich auf das Sportliche konzentrieren: «Ich glaube, dieses Nostalgische muss ich ein bisschen ausblenden. Es gelten für die 90 oder 95 Minuten nur die sportlichen Aspekte. Da versuche ich mich wirklich komplett auf meine Aufgabe zu fokussieren. Und das muss ich einfach hinbekommen. Punkt.»
Seine klare Ansage: «Ich glaube, in diesen 90 Minuten geht's um Fußball und nicht wie lange ich da war.» Fischer will drei Punkte für Mainz – die emotionale Bindung zu Union muss 90 Minuten warten.
Zwei Teams mit unterschiedlichen Zielen
Union Berlin steht mit 21 Punkten aus 15 Spielen im gesicherten Mittelfeld. Trainer Steffen Baumgart lobte seinen Vorgänger als «der beste Trainer, den es gibt».
Union-Torwart Rönnow, den Fischer zur Nummer eins machte, sagte: «Ich hatte hier eine sehr gute Zeit mit ihm. Er hat im ganzen Verein einen großen Status.»
Oliver Ruhnert, Fischers früherer Wegbegleiter und Unions Ex-Geschäftsführer, sagte dem Kicker: «Ich glaube, dass Urs dem Team Stabilität verleihen kann und einen klaren Spielplan mitgibt. Dann wird es darauf ankommen, inwieweit sich die Mannschaft darauf einlässt.»
Mainz kennt die Situation des Abstiegskampfs aus der Vergangenheit. Fischer betonte: «Natürlich hat Mainz es das eine oder andere Mal hinbekommen, das ist aber keine Garantie, dass man es wieder hinbekommt. Wir setzen natürlich alles daran, dass wir es schaffen. Was aber gut ist, ist, dass man die Situation kennt. Das könnte dann schon ein Vorteil sein.»
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.



