Gemeinsam Geschichte schreiben

wochenblatt.pl 2 godzin temu
Zdjęcie: Die Geschichte des Arbeitslagers Lamsdorf (1945/46) soll neu erzählt werden, diesmal jedoch nicht nur von Historikern, sondern vor allem von all jenen, die persönlich von dieser Geschichte betroffen s


Einladung zur Gestaltung einer neuen Ausstellung über das Arbeitslager Lamsdorf

Das Zentrale Museum der Kriegsgefangenen bereitet ein wegweisendes Projekt vor. Die Geschichte des Arbeitslagers Lamsdorf (1945/46) soll neu erzählt werden, diesmal jedoch nicht nur von Historikern, sondern vor allem von all jenen, die persönlich von dieser Geschichte betroffen sind. Das Museum setzt auf Partizipation und lädt die deutsche Minderheit, Nachkommen von Inhaftierten und Heimatforscher.

Lamsdorf (Łambinowice) ist ein Ort mit einer unglaublich schmerzhaften und vielschichtigen Geschichte. Vom Deutsch-Französischen Krieg über die beiden Weltkriege bis hin zu den dramatischen Ereignissen unmittelbar nach 1945 – jede dieser Epochen hat dort ihre Spuren hinterlassen. Aktuell setzt das Museum das Konzept einer sogenannten verteilten Ausstellung um, das die Erzählung über die Mauern des Museumsgebäudes hinaus auf das authentische Gelände der ehemaligen Lager trägt.

„Wir möchten die Geschichte an dem Ort erzählen, an dem diese Ereignisse stattfanden, in einem authentischen Umfeld. Das verstärkt die emotionale Wirkung“, erklärt Dr. Violetta Rezler-Wasielewska, Direktorin des Zentralen Museums der Kriegsgefangenen. „Unsere Herausforderung besteht darin, die komplexe Geschichte dieses Ortes bestmöglich darzustellen.“

Stimmen, die überdauert haben

Dem Museum ist es wichtig, diejenigen in die Gestaltung der neuen Ausstellung einzubeziehen, für die Lamsdorf nicht nur ein Datum in den Geschichtsbüchern ist, sondern Teil ihrer familiären Identität: „Kriege haben Folgen, die zum Zeitpunkt ihres Ausbruchs schwer vorherzusagen sind. Dank der Forschung wissen wir heute, dass Traumata weitergegeben werden. Das sehen wir in unseren Kontakten mit nachfolgenden Generationen, die bei uns nach Informationen über ihre Angehörigen suchen“, sagt Dr. Rezler-Wasielewska. Die neue Ausstellung soll den Einfluss großer historischer Ereignisse auf das Schicksal einzelner Menschen veranschaulichen.

Die Geschichte des Arbeitslagers Lamsdorf (1945/46) soll neu erzählt werden, diesmal jedoch nicht nur von Historikern, sondern vor allem von all jenen, die persönlich von dieser Geschichte betroffen sind.
Foto: Manuela Leibig

Einladung zur Mitarbeit

Das Museum plant einen innovativen Ansatz – eine partizipative Ausstellung. Das bedeutet, dass die endgültige Form der Ausstellung über das Lager 1945/46 im Dialog mit Menschen entstehen wird, die sich direkt für das Thema interessieren. Die Einladung richtet sich insbesondere an Mitglieder der deutschen Minderheit, an Einwohner Schlesiens mit Interesse an diesem Thema sowie an heimatverbundene Menschen, deren Vorfahren im Nachkriegslager Lamsdorf isoliert wurden.

„Ich träume davon, am Entscheidungsprozess für diese Ausstellung mitzuwirken. Wir wollen nicht nur informieren, sondern auch beraten und zusammenarbeiten. Wir möchten, dass die Beteiligten einen echten Einfluss darauf haben, wie diese Geschichte erzählt wird“, betont Museumsdirektorin Dr. Rezler-Wasielewska.

Erster Schritt: Umfrage

Bevor ein konkretes Projekt entwickelt wird, möchte das Museum die Meinungen aller Interessierten und mit dem Thema Verbundenen einholen. Eine spezielle Umfrage (ohne Verpflichtung zur Mitwirkung an der Ausstellung) wird in Kürze auf der Website des Museums unter https://www.cmjw.pl/ sowie auf den Internetseiten deutscher Minderheitenorganisationen, und iin den sozialen Medien verfügbar sein. Das Museum lädt alle Interessierten herzlich zur Teilnahme ein. Die Umfrageergebnisse bilden die Grundlage für die Inhalte der Ausstellung.

Die Geschichte des Arbeitslagers Lamsdorf (1945/46) soll neu erzählt werden, diesmal jedoch nicht nur von Historikern, sondern vor allem von all jenen, die persönlich von dieser Geschichte betroffen sind.
Foto: Manuela Leibig

Der ambitionierte Plan sieht vor, dass das Gesamtkonzept für die neue Ausstellung bis Ende dieses Jahres fertiggestellt sein wird. „Die Zeit vergeht wie im Flug und die Aufgabe ist anspruchsvoll. Wir wollen, dass das Endergebnis diesem Ort gerecht wird“, ergänzt Dr. Rezler-Wasielewska.

Identität und Erinnerung

Das Schicksal der Deutschen in Schlesien nach dem Krieg ist nach wie vor ein Thema, das einer angemessenen Würdigung bedarf. Die Initiative des Zentralen Museums der Kriegsgefangenen bietet die Chance, die schwierige Geschichte des Arbeitslagers von 1945/46 zu einem Element des gemeinsamen, aufgearbeiteten Gedächtnisses zu machen, das – anstatt zu spalten – das universelle Übel des Krieges und den Wert der Menschenwürde hervorhebt.

Die Ausstellung „Ort mit Narbe“, die bereits auf dem Gelände des ehemaligen Stalag in Lamsdorf zu sehen ist, zeigt, dass dieser Ansatz sinnvoll ist. Nun ist es Zeit für den nächsten, vielleicht schwierigsten Schritt: denjenigen eine Stimme zu geben, die jahrelang nicht sprechen durften.

Wissenswert:

Die Umfrage zum Konzept der Ausstellung über das Nachkriegslager in Lamsdorf wird Ende Februar veröffentlicht. Wir empfehlen Ihnen, unseren Zeitungsspalten, den Social-Media-Kanälen des Museums und der Website des Museums zu folgen, um keine Gelegenheit zur Beteiligung an diesem wichtigen Projekt zu verpassen.

Eine Erinnerung, die nicht verstummt

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