Google hat am Sonntag in New York einen neuen KI-basierten Shopping-Agenten vorgestellt. Das System soll eigenständig planen, Produkte vergleichen und Warenkörbe erstellen können – und dabei Bilder, Videos und Spracheingaben verarbeiten. Parallel führt der Internetkonzern eine Direktkauf-Funktion ein, mit der Nutzer Produkte direkt über Google erwerben können. Die Features starten zunächst in den USA und zielen darauf ab, Googles Position im KI-getriebenen Online-Handel zu sichern.
Konkret können Nutzer künftig über Googles digitales Wallet einkaufen, auch mit PayPal. Eine «Agentic Checkout»-Funktion benachrichtigt Kunden, wenn ein gewünschtes Produkt ihr Budget erreicht. Zudem hat Google einen «Business-Agent» eingeführt, über den Nutzer in der Google-Suche direkt Produktanfragen an Marken stellen können.
Experten sehen wenig Innovation
Alexander Graf, Co-Head von Spryker und früherer Otto-Mitarbeiter, zeigt sich unbeeindruckt: «Mich lässt das ziemlich kalt.» Die angekündigten Features seien keine echten Innovationen, die es nicht bereits bei Amazon, Open AI, Perplexity oder Microsoft gebe. «Das ist mittlerweile absoluter Standard», so Graf über Googles KI-Modus in der Suche, den das Unternehmen Ende 2025 präsentiert hatte.
Auch die Direktkauf-Funktion und Preisüberwachung seien Branchenstandard: «Eine direkte Überprüfung der Verfügbarkeit bieten viele Onlineshops an, eine Preisüberwachung auch Preisvergleichsplattformen wie Idealo.» Microsoft hatte erst Tage vor Google eine Direktkauf-Funktion für seinen Copilot in den USA eingeführt.
Geschäftsmodell unter Druck
Graf sieht in der KI eine Bedrohung für Google: «Grundsätzlich ist KI eine Gefahr für das Geschäftsmodell von Google.» Drei Viertel des Alphabet-Umsatzes stammen aus Werbeeinnahmen – ein Modell, das auf Klicks und Verweildauer basiert. «Weil KI den Nutzern verspricht, mit weniger Klicks und Zeitaufwand zum Ziel zu kommen, stellt sie zunächst eine Bedrohung für das klassische Google-Geschäft dar», erklärt Graf. «Die Werbeerlöse sind eine heilige Kuh für Google» Weder Google noch Facebook hätten eine gute Antwort auf diese Herausforderung gefunden.
Hoffnung auf neues Protokoll
Björn Ognibeni, selbstständiger Unternehmensberater für Online-Handel, war zunächst skeptisch: «Ich sehe bei KI-Ankündigungen von westlichen Unternehmen im Gegensatz zu chinesischen eher beeindruckende KI-Erzählungen als kundenreife Produkte.»
Seine Einschätzung änderte sich jedoch durch Googles «Universal Commerce Protocol» (UCP), das der Konzern am Sonntag vorstellte. Händler entwickelten den offenen Standard gemeinsam mit Google. «Damit schafft Google eine Infrastruktur, die das Potential hat, echte KI-basierte Shoppinginnovationen zu ermöglichen», so Ognibeni. Das könnte Google neue Geschäftsmodelle eröffnen, etwa Transaktionsgebühren für über die Infrastruktur abgewickelte Verkäufe.
Zur Befürchtung, KI-Chatbots könnten die klassische Google-Suche ersetzen, sagt Ognibeni: «Viele haben geglaubt, dass ChatGPT, Perplexity und Co. die klassische Google-Suche ersetzen können.» Doch: «Bisher sieht es danach aber nicht aus.»
EU ermittelt wegen Datennutzung
Parallel zur Shopping-Offensive läuft eine EU-Untersuchung gegen Google. Die Kommission ermittelt seit Dezember wegen des Verdachts, Google habe Daten von Website-Betreibern unrechtmäßig für seine KI-Übersichten und den KI-Modus genutzt. Der Vorwurf: Google habe die Betreiber nicht angemessen entschädigt oder ihnen die Möglichkeit gegeben, der Nutzung ihrer Inhalte zu widersprechen. Bei Bestätigung droht eine Geldstrafe von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Google kritisierte die Untersuchung, sicherte aber Kooperation zu.
Im Geschäftsjahr 2024 erzielte Alphabet einen Umsatz von 350 Milliarden Dollar (plus 14 Prozent) und einen Nettogewinn von 100 Milliarden Dollar (plus 36 Prozent). Die operative Marge lag bei 32 Prozent. Google veröffentlicht die Zahlen des vierten Quartals und des Gesamtjahres 2025 im Februar 2026.
Hinweis: KI erstellte diesen Artikel.








