Die NATO führt an der deutschen Ostseeküste ihre größte Übung des Jahres durch. Bei "Steadfast Dart 26" landeten am Mittwoch rund 2.600 Soldaten mit 15 Schiffen am Truppenübungsplatz Putlos – eine amphibische Operation, die zeigen soll, wie europäische Verbündete im Ernstfall schnell Truppen an die Ostflanke verlegen können. Besonders bemerkenswert: Die USA sind nicht direkt beteiligt.
Insgesamt nehmen 13 Nationen mit etwa 10.000 Soldaten, mehr als 1.500 Fahrzeugen und 17 Schiffen an der Übung teil. Die größten Kontingente der schnellen Eingreiftruppe stellen südeuropäische Staaten: Italien, Spanien, Griechenland und die Türkei. Die sogenannte Allied Reaction Force umfasst insgesamt rund 40.000 Soldaten und gilt als "Speerspitze der NATO".
Das Szenario umfasste verschiedene Kampfeinheiten: Taucher und Spezialkräfte sicherten zunächst einen Küstenabschnitt, Kampfflugzeuge griffen feindliche Ziele an, Kampfhubschrauber leisteten Luftunterstützung. Dann rollten gepanzerte Amphibienfahrzeuge vom türkischen Typ Zaha an Land. Offiziere beschrieben das Zusammenspiel von Land-, See- und Luftstreitkräften als hochkomplex.
Deutschland als NATO-Drehscheibe
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) beobachtete die Übung und betonte die Einsatzbereitschaft des Bündnisses: «Das Bündnis ist geschlossen, es ist handlungsfähig und handlungsbereit, es ist einsatzbereit und zugleich zeigt es, was die europäischen Partner innerhalb der Nato leisten.» Deutschland spiele dabei eine zentrale Rolle, so Pistorius: «Wenn an der Ostflanke etwas passiert, dann müssen Nato-Truppen schnell verlegt werden und das natürlich durch Deutschland.»
Die wirtschaftliche Stärke und geografische Lage machen Deutschland zur entscheidenden Drehscheibe für eine mögliche Verstärkung der Ostflanke. NATO-General Ingo Gerhartz, Kommandeur des Hauptquartiers "Allied Joint Force Command" in Brunssum, erklärte, der Einsatz der schnellen Eingreiftruppe zeige, «dass wir in einer möglichen Krise sehr schnell einem möglichen Gegner aufzeigen können, wo die roten Linien liegen». Die Beteiligung südeuropäischer Nationen sei ein «ganz wichtiges und deutliches Zeichen der Einheit und der Stärke dieser Nato».
Lehren aus dem Ukraine-Krieg
Generalinspekteur Carsten Breuer unterstrich in Putlos die Notwendigkeit der Übungen angesichts der Bedrohungslage: «Wir müssen uns einer realen Bedrohung stellen.» Solche Übungen seien «Teil dieser Vorbereitung» und «damit auch Teil der Abschreckung». Der Krieg in der Ukraine diene als "Lehrmeister", so Breuer: «Der Krieg in der Ukraine ist keine Blaupause, aber er ist ein Lehrmeister. Das heißt, wir treffen die Ableitung aus dem Krieg in der Ukraine.»
Die Bundeswehr will zunehmend von den Fronterfahrungen ukrainischer Soldaten profitieren. Eine Vereinbarung zwischen Berlin und Kiew ermöglicht den Einsatz ukrainischer Ausbilder in der Bundeswehr, besonders an Heeresausbildungsschulen. Bei weiteren Übungen am Truppenübungsplatz Bergen in der Lüneburger Heide sollen Ukrainer Drohnenkampf und -abwehr demonstrieren.
Die Sicherheitslage in Europa wird als "so unsicher wie seit Jahrzehnten nicht mehr" beschrieben. Russland richtet seine Streitkräfte nach Westen aus, rüstet auf und zieht eigene Lehren aus dem Ukraine-Krieg. Militärexperten weisen allerdings darauf hin, dass die Landung über einen deutschen Küstenabschnitt "Übungskünstlichkeit" sei – im Ernstfall würden Truppen wohl näher an der Ostflanke landen, etwa im Baltikum.
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