Hunderttausende ohne Heizung: Selenskyj greift Kiews Bürgermeister an

upday.com 4 godzin temu
Elektriker in Kiew kämpfen um eine Wiederherstellung der Stromversorgung. Dan Bashakov/AP/dpa

Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Krisenbewältigung der Kiewer Stadtverwaltung unter Bürgermeister Vitali Klitschko scharf kritisiert und einen Notstand für den gesamten Energiesektor ausgerufen. Nach dem russischen Luftangriff auf die Versorgungsnetze der Hauptstadt am vergangenen Freitag sind Hunderttausende Menschen von Ausfällen bei Heizung, Strom und Wasser betroffen – bei Temperaturen von bis zu 18 Grad Frost in der Nacht. Die ukrainische Regierung richtet nun einen Koordinierungsstab ein, um die Lage in Kiew in den Griff zu bekommen.

In seiner Videoansprache lobte Selenskyj die Vorbereitung der Stadt Charkiw: «Wir sehen, dass viel gemacht worden ist, – insbesondere in Charkiw, wo sich die lokalen Behörden vorbereitet haben.» Über Kiew sagte er dagegen: «Kiew hat leider deutlich weniger getan. In der Hauptstadt wurde sehr wenig unternommen.» Auch Energieminister Denys Schmyhal kritisierte vor dem Parlament, Kiew habe sich «überhaupt nicht vorbereitet. Deshalb muss man jetzt zu Notfallmaßnahmen greifen.»

Humanitäre Krise in der Hauptstadt

Die Situation in Kiew ist dramatisch. Von ursprünglich 6.000 Wohnblocks ohne Heizung – der Hälfte des gesamten Bestands – sind immer noch 400 Wohnblocks unbeheizt. Die meisten Einwohner haben lediglich drei Stunden Strom, gefolgt von zehn oder mehr Stunden ohne Stromversorgung. Der Journalist Oleksyj Sorokin schrieb auf der Plattform X: «Es gibt Orte in Kiew, die derzeit unbewohnbar sind.»

Die Stadt hat 1.200 sogenannte «Punkte der Unbeugsamkeit» eingerichtet, wo sich Menschen aufwärmen, Geräte aufladen und heiße Getränke erhalten können. Die Regierung erwägt, die nächtlichen Ausgangssperren zu lockern, damit Bürger diese Aufwärmstellen auch nachts erreichen können.

Regierung übernimmt Koordination

Der Koordinierungsstab soll die Bedürfnisse Kiews direkt erfassen und zusätzliche Ausrüstung sowie Hilfe organisieren. Die Regierung besprach neben Kiew auch die Lage in Odessa, Dnipro, Krywyj Rih und Charkiw. Michael O'Flaherty, Menschenrechtskommissar des Europarats, äußerte: «Ich bin alarmiert über das weit verbreitete menschliche Leid, das durch die Zerstörung der Energieinfrastruktur in der Ukraine verursacht wird.»

Kiew betrachtet die russischen Angriffe auf die Energieversorgung als Versuch, Städte bei Minusgraden unbewohnbar zu machen. Reparaturarbeiten laufen trotz des anhaltenden Frosts auf Hochtouren.

Politische Spannungen flammen auf

Bürgermeister Klitschko wies die Präsidentenkritik als «ununterbrochenen Hass» zurück. Er räumte ein, dass Kiew in der schwierigsten Situation seit Kriegsbeginn sei. Die politische Rivalität zwischen Selenskyj und Klitschko reicht zurück bis zur Präsidentschaftswahl 2019. Trotz eines Burgfriedens während des Krieges, den Russland seit fast vier Jahren führt, kam es immer wieder zu Sticheleien zwischen beiden.

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.

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