Bei einer Operation der US-Einwanderungsbehörde ICE ist am Samstag in Minneapolis der 37-jährige Krankenpfleger Alex Jeffrey Pretti erschossen worden. Ein Bundesrichter in Minnesota hat eine einstweilige Verfügung erlassen, die Bundesbehörden daran hindert, Beweise im Zusammenhang mit dem Vorfall zu vernichten oder zu verändern. Eine Anhörung ist für Montag um 14 Uhr Ortszeit angesetzt. Um den Vorfall ist ein «Kampf um die Wahrheit» mit völlig widersprüchlichen Darstellungen entbrannt.
Das US-Heimatschutzministerium (DHS) behauptet, Pretti habe sich «US-Grenzschutzbeamten mit einer 9-mm-Halbautomatikpistole genähert und sich gewaltsam widersetzt». US-Präsident Donald Trump (79) teilte auf Truth Social ein Foto einer Waffe und schrieb: «Dies ist die Waffe des Killers, geladen (mit zwei zusätzlichen vollen Magazinen!) und einsatzbereit – was soll das überhaupt?»
Die Familie von Pretti weist die Darstellung der Regierung scharf zurück. In einem Statement erklärten die Angehörigen: «Die widerlichen Lügen, die die Regierung über unseren Sohn verbreitet, sind verwerflich und abscheulich. Alex hielt eindeutig keine Waffe in der Hand, als er von Trumps mörderischen und feigen ICE-Schlägern angegriffen wurde.» Die Eltern erklärten, ihr Sohn habe versucht, einer Frau zu helfen, und sei mit Pfefferspray besprüht worden, bevor er erschossen wurde. Die Familie bestätigt, dass Pretti legal eine Pistole besaß, sie hätten ihn aber nie damit gesehen.
Augenzeuge stützt Familienversion
Ein Augenzeuge schilderte in einem Polizeibericht den Vorfall aus unmittelbarer Nähe: «Die ICE-Agenten sprühten einfach weiter (Pfefferspray, Red.). Mehr Beamte kamen herüber und packten den Mann, der immer noch versuchte, der Frau beim Aufstehen zu helfen.» Weiter berichtete der Zeuge: «Die Agenten zogen den Mann zu Boden. Ich habe nicht gesehen, dass er einen von ihnen berührt hat – er war ihnen nicht einmal zugewandt. Es sah nicht so aus, als würde er Widerstand leisten, sondern nur so, als wolle er der Frau aufhelfen. Ich habe keine Waffe bei ihm gesehen. Sie warfen ihn zu Boden. Vier oder fünf Agenten lagen auf ihm, und dann fingen sie einfach an, auf ihn zu schießen. Sie haben so oft auf ihn geschossen.» Der Zeuge fügte hinzu: «Ich weiß nicht, warum sie auf ihn geschossen haben. Er hat nur geholfen. Ich war etwa anderthalb Meter von ihm entfernt, und sie haben ihn einfach erschossen.» Ein Video dokumentiert die tödlichen Schüsse.
Heftige politische Auseinandersetzung
Minnesotas Gouverneur Tim Walz (61) bezeichnete die Darstellung des DHS als «Unsinn» und warf der Bundesregierung vor, die Fakten vor einer ordentlichen Untersuchung vorverurteilt zu haben. Auf X schrieb er an Trump gerichtet: «Ziehen Sie die tausende gewalttätigen, nicht ausgebildeten Polizisten aus Minnesota ab. Jetzt.»
Trump reagierte ebenfalls auf Truth Social und beschuldigte lokale Politiker, mit ihrer Rhetorik einen Aufstand anzustacheln: «Der Bürgermeister und der Gouverneur stacheln mit ihrer pompösen, gefährlichen und arroganten Rhetorik einen Aufstand an! (…) LASST UNSERE ICE-PATRIOTEN IHRE ARBEIT MACHEN!» Die demokratische Abgeordnete Ilhan Omar (43) bezeichnete die Erschießung als «Hinrichtung» und warf Trump vor, Minneapolis in eine «Kriegszone» zu verwandeln. Bürgermeister Jacob Frey (44) forderte Trump auf, die Abschiebungsoperationen von ICE zu beenden, um «Frieden» zu schaffen.
Zweiter Todesfall in Minneapolis
Es ist der zweite tödliche Vorfall bei einer ICE-Operation in Minneapolis innerhalb von knapp drei Wochen. Am 7. Januar hatte ein ICE-Beamter die unbewaffnete Autofahrerin Renee Good erschossen. Unklar bleibt, ob Pretti am Tatort oder später im Krankenhaus starb – das DHS erklärte, er sei vor Ort für tot erklärt worden, während der Polizeichef berichtete, er sei im Krankenhaus gestorben.
Pretti hatte an der University of Minnesota studiert und 2011 einen Bachelor-Abschluss in Biologie, Gesellschaft und Umwelt erworben. Er arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter, bevor er sich zum Krankenpfleger ausbilden ließ. Seine Eltern und Ex-Frau gaben an, er habe regelmäßig gegen die amerikanische Einwanderungspolitik protestiert.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.








