IG Metall warnt vor Thyssenkrupp-Dividende aus der Substanz - Hunderte protestieren

upday.com 3 godzin temu
Thyssenkrupp-Chef López wirbt bei den Aktionärinnen und Aktionären für die neue Unternehmensstrategie «Aces 2030». Bernd Thissen/dpa

Thyssenkrupp-Chef Miguel López hat auf der Hauptversammlung vor rund 500 Aktionären für den Umbau des Konzerns zu einer Finanzholding geworben. Mit der Strategie «Aces 2030» will er die fünf Sparten – Marineschiffbau, Stahl, Autoteile, Werkstoffe und grüne Technologien – in die Selbstständigkeit führen. «Damit heben wir Werte, die bislang im Unternehmen verborgen waren», erklärte López.

«Lange Zeit wurde Thyssenkrupp als integrierter Industriekonzern geführt», sagte der Chef des Unternehmens mit gut 93.000 Mitarbeitern. Die neue Struktur soll den Sparten mehr Flexibilität, Tempo und direkten Zugang zum Kapitalmarkt ermöglichen. «In Zukunft wird die Thyssenkrupp AG eine Finanzholding sein – eine Beteiligungsgesellschaft, die grundsätzlich Mehrheitsbeteiligungen an starken, eigenverantwortlichen Unternehmen unter einem Dach vereint», so López.

Die Marinesparte TKMS ging bereits im vergangenen Herbst an die Börse und ist nun im MDAX notiert. Für die Stahlsparte laufen Verkaufsgespräche mit dem indischen Stahlkonzern Jindal Steel. «Mit Jindal Steel sind wir in konstruktivem Austausch», sagte López.

Streit um Dividende

Die IG Metall und mehrere hundert Mitarbeiter demonstrierten vor der Hauptversammlung und forderten die Aktionäre auf, auf die geplante Dividende von 15 Cent je Aktie zu verzichten. In einem Flugblatt warnte die Gewerkschaft: «Nach dem jüngsten Börsengang der Marine haben Aktionäre bereits überdurchschnittlich profitiert. Jetzt eine Dividende aus der Substanz auszuschütten, wäre wirtschaftlich falsch und ein fatales Signal.»

Auch Ingo Speich von der Fondsgesellschaft Deka Investment lehnte die Ausschüttung von insgesamt 93 Millionen Euro ab: «Die Zahlung einer Dividende erfolgt zulasten der Substanz. Damit muss endlich Schluss sein.» Er verwies darauf, dass Thyssenkrupp seit Jahren von seiner Substanz lebe.

Beim Duisburger Stahlhersteller HKM, einem Gemeinschaftsunternehmen von Thyssenkrupp Steel, Salzgitter und Vallourec, fordern die rund 3.000 Mitarbeiter einen Sozialtarifvertrag. «Wir wollen endlich einen Sozialtarifvertrag», sagte Betriebsratschef Marco Gasse. Die Verhandlungen laufen seit mehreren Monaten, die Zukunft des Unternehmens ist ungewiss.

Positive Signale von Aktionären

Aktionärsvertreter äußerten sich grundsätzlich zufrieden mit der Entwicklung. «Vertrauen ist wieder da, Zuversicht ist zurückgekehrt», sagte Oliver Vollbrecht von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Daniel Voss von der Schutzvereinigung der Kapitalanleger erklärte: «Wir vertrauen ihnen, aber niemals blind.»

Speich lobte die Fortschritte, forderte aber weitere Schritte: «Das wird der Kapitalmarkt honorieren. Auch wenn es deutliche Fortschritte gab, darf es das nicht gewesen sein. Wir wünschen uns ein schlankes Geschäftsmodell und einen Abbau weiterer Beteiligungen in absehbarer Zeit.»

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.

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