Iran: Ein Euro kostet jetzt 1,7 Millionen Rial – Massenproteste landesweit

upday.com 5 godzin temu
Demonstranten blockieren eine Straße in Teheran während der Proteste gegen die Wirtschaftskrise (Symbolbild) (Photo by Khoshiran / Middle East Images / AFP via Getty Images) Getty Images

Der Iran steckt in seiner schwersten Wirtschaftskrise. Die Landeswährung Rial ist auf ein Rekordtief gefallen – ein Euro kostete erstmals mehr als 1,7 Millionen Rial auf dem freien Devisenmarkt. Die dramatische Währungsabwertung und eine Hyperinflation von offiziell fast 49 Prozent haben Massenproteste ausgelöst, die zunächst in der Hauptstadt Teheran begannen und sich inzwischen im ganzen Land ausgebreitet haben.

Die wirtschaftliche Notlage trifft die Bevölkerung mit voller Wucht. Klaus-Jürgen Gern, Leiter der internationalen Konjunkturprognose am Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel, sagte ntv.de: «Besonders stark stiegen die Lebensmittelpreise sowie Preise für importierte Medikamente, was große Teile der Bevölkerung in existenzielle Nöte bringt.»

Mehr als ein Drittel der Iraner – fast 33 Millionen Menschen – leben nach Angaben der Weltbank von weniger als 8,30 US-Dollar pro Tag. In sozialen Medien beschweren sich Nutzer, dass ein Liter Speiseöl inzwischen in manchen Gegenden teurer ist als in Deutschland – bei einem durchschnittlichen Monatslohn von umgerechnet nur einigen hundert Euro.

Regierung kürzt Subventionen

Präsident Massud Peseschkian und sein Kabinett haben erste Wirtschaftsreformen eingeleitet. Die Regierung strich Subventionen für Importeure, die bisher von einem staatlich bevorzugten Wechselkurs profitierten. Als Kompensation soll jede Person in iranischen Haushalten monatlich zehn Millionen Rial erhalten – umgerechnet knapp sechs Euro. Eine Regierungssprecherin warnte am Montag, die Maßnahmen könnten zunächst zu weiteren Preissteigerungen führen. Die Bevölkerung hält die angekündigten Hilfen für völlig unzureichend.

Die Justiz der Islamischen Republik kündigte am Montag eine harte Gangart gegen Demonstranten an. Die Behörden wollen ohne Nachsicht gegen Protestierende vorgehen.

Die Demonstrationen waren vor mehr als einer Woche ausgebrochen, als ein Schock am Devisenmarkt wütende Händler zunächst in Teheran auf die Straßen trieb. Was als Wirtschaftsprotest begann, entwickelte sich schnell zu politischen Demonstrationen gegen das autoritäre Regime.

«Mit dem Rücken an der Wand»

Ali Fathollah-Nejad, Nahostexperte an der Hertie School in Berlin und Leiter der Denkfabrik Center for Middle East and Global Order, sagte ntv.de: «Die Menschen in Iran merken, dass die Politiker des Landes keinerlei Antworten haben auf diese wirtschaftliche Talfahrt.» Die Bevölkerung stehe «mit dem Rücken an der Wand». Der Experte sieht eine neue Qualität in der Krise: «[...] Die andere neue Qualität ist die Ratlosigkeit und die Orientierungslosigkeit der Machthaber in Iran, die nach wie vor das meiste Geld in regimestützende Institutionen fließen lassen.» Demonstranten werfen dem Mullah-Regime vor, staatliche Mittel lieber für die Unterstützung bewaffneter Gruppen in Palästina, Libanon und Jemen auszugeben, statt der eigenen Bevölkerung zu helfen.

Die Währung hat dramatisch an Wert verloren. Vor einem Jahr kostete ein US-Dollar noch 820.000 Rial, jetzt sind es rund 1,4 Millionen Rial. Die offizielle Arbeitslosigkeit liegt laut Internationalem Währungsfonds bei über neun Prozent. Gern vom IfW Kiel ergänzte jedoch: «Die Arbeitslosigkeit dürfte in Wahrheit aber deutlich höher liegen.»

Häufige Stromausfälle und Wasserknappheit belasten zusätzlich Städte wie Teheran und abgelegene Provinzen. Die Weltbank warnt, dass Wasserknappheit die Infrastruktur und langfristige Produktivität bedroht.

Sanktionen verschärfen die Krise

Westliche Sanktionen verschärfen die Wirtschaftskrise. US-Präsident Donald Trump hatte 2018 wirtschaftliche Sanktionen gegen den Iran wieder verhängt. Klaus-Jürgen Gern erklärte ntv.de: «So wurden die Ölexporte, die die wesentliche Devisenquelle bilden, nochmals deutlich erschwert.» Auch UN-Sanktionen wegen des Atomprogramms belasten die Wirtschaft – darunter ein Waffenembargo. Ebenso drücken EU-Sanktionen.

Der Staatshaushalt weist hohe Defizite auf, was staatliche Gegenmaßnahmen erschwert. Ali Fathollah-Nejad resümierte: «Da bleibt sehr wenig Geld für die Menschen, für wohlfahrtsstaatliche, aber auch für Entwicklungsinvestitionen.»

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.

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