Mindestens sieben Menschen sind bei schweren Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften im Iran getötet worden. Die Proteste gegen die katastrophale Wirtschaftslage begannen am Sonntag in Teheran und weiteten sich bis Donnerstag auf ländliche Provinzen aus. Es sind die größten Demonstrationen seit dem Tod von Mahsa Amini 2022.
Nach Angaben der Behörden starben zwei Menschen am Mittwoch, fünf weitere am Donnerstag. Die halbstaatliche Nachrichtenagentur Fars berichtete von drei Toten in der Stadt Asna. In der Provinz Isfahan starb ein Mann, den Aktivisten zufolge die Polizei mit Schusswaffen tötete. In Kuhdascht wurde ein 21-jähriger Freiwilliger der paramilitärischen Basidsch-Einheit getötet.
Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein und nahmen in mehreren Städten Dutzende Menschen fest. Allein in Kuhdascht wurden 20 Demonstranten verhaftet. In den letzten Tagen kamen mindestens 15 weitere Menschen in Gewahrsam, darunter Studierende.
Wirtschaftskrise als Auslöser
Der Protest entzündete sich an Irans desaströser Wirtschaftslage. Die Inflationsrate liegt bei über 40 Prozent. Die iranische Währung ist dramatisch verfallen: Ein US-Dollar kostet mittlerweile rund 1,4 Millionen Rial.
Die Demonstrationen begannen spontan bei Händlern am größten Handymarkt in Teheran. Später schlossen sich Studenten von mindestens zehn Universitäten und Menschen in zahlreichen anderen Städten an. In Lordegan warfen Demonstranten Steine auf das Büro des Provinzgouverneurs, das Rathaus, eine Moschee und Banken.
Präsident räumt Handlungsunfähigkeit ein
Irans reformorientierter Präsident Massud Peseschkian räumte am Donnerstag im Staatsfernsehen die begrenzte Handlungsfähigkeit seiner Regierung ein. «Aus islamischer Sicht [...] werden wir in der Hölle landen, wenn wir das Problem der Lebensgrundlagen der Menschen nicht lösen», sagte er bei einer Veranstaltung. Er ordnete Maßnahmen zur Verbesserung der Wirtschaftslage an.
Die Regierung kündigte den Dialog mit Vertretern von Gewerkschaften und Händlern an. Aktivisten berichteten, die Proteste hielten am Donnerstag weiter an.
Größte Unruhen seit Mahsa Amini
Es handelt sich um die massivsten Proteste im Iran seit 2022. Damals löste der Tod der 22-jährigen Mahsa Amini in Polizeigewahrsam landesweite Demonstrationen aus. Die Ereignisse führten zu Hunderten Toten auf den Straßen, Tausenden Inhaftierungen und mehreren Hinrichtungen von Festgenommenen.
Die italienische Zeitung La Repubblica analysierte am Freitag: «Die Proteste, die heute den Iran durchziehen, können weder als ein zufälliges Ereignis noch als bloße Reaktion auf die Wirtschaftskrise interpretiert werden. Sie sind das Ergebnis einer politischen und sozialen Bruchlinie, die sich endgültig nach dem Tod von Mahsa Jina Amini in den Händen der Sittenpolizei öffnete und das ohnehin fragile Verhältnis zwischen Gesellschaft und Macht erschütterte. [...] Seitdem ist der Iran nie zur sogenannten Normalität zurückgekehrt. Er ist in eine Phase eines permanenten latenten Konflikts eingetreten, in der Repression nicht mehr eine Notfallreaktion, sondern eine gewöhnliche Regierungsform ist.»
Das Blatt schrieb weiter: «Dies ist das Zeichen einer klaren Transformation: Wissen wird nicht mehr nur überwacht, sondern kriminalisiert; die Universität ist nicht mehr ein Ort der Bildung, sondern eine Front, die neutralisiert werden soll.»
Die iranische Wirtschaft leidet unter westlichen Sanktionen und den Folgen von Luftangriffen, die Israel und die USA im Juni durchführten.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.






