Ein internationales Forschungsteam warnt vor einer gefährlichen Beschleunigung der Erderwärmung. Das Klima der Erde entferne sich von stabilen Bedingungen und steuere auf eine unumkehrbare "Hothouse Earth"-Phase zu, schreiben die Wissenschaftler in einer Studie im Fachjournal "One Earth". Der Grund für die Dringlichkeit: Die 1,5-Grad-Schwelle des Pariser Klimaabkommens wurde bereits 2024 für zwölf aufeinanderfolgende Monate überschritten – früher als viele Klimamodelle vorhergesagt hatten.
«Das Klima der Erde entfernt sich gerade von den stabilen Bedingungen, die die menschliche Zivilisation über Jahrtausende hinweg getragen haben», warnen die Forscher um William Ripple von der Oregon State University. Zu dem Team gehören auch Hans Joachim Schellnhuber, ehemaliger Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), und der aktuelle PIK-Direktor Johan Rockström.
Mehrere kritische Kipppunkte stehen nach Einschätzung der Wissenschaftler kurz bevor oder haben bereits begonnen. Dazu zählen das Abschmelzen der Eisschilde in Grönland und der Westantarktis, das Auftauen von Permafrost, das Abschmelzen von Gebirgsgletschern und das Sterben von Teilen des Amazonas-Regenwaldes. Der Grönland-Eisschild sei bereits bei 0,8 bis 3,4 Grad Celsius Erwärmung anfällig.
Gefährliche Kettenreaktion
Die "Hothouse Earth" beschreibt eine gefährliche, dauerhafte Heißphase für die Menschheit. Einmal eingeschlagen, sei dieser Pfad "kaum mehr zu stoppen", so die Forscher. Selbstverstärkende Prozesse wie schmelzendes Eis und Schnee, auftauender Permafrost, absterbende Wälder und der Verlust von Bodenkohlenstoff würden die Erwärmung weiter beschleunigen. «Kurz gesagt könnten wir uns einem gefährlichen Schwellenbereich nähern, bei gleichzeitig rapide schwindenden Möglichkeiten, gefährliche und nicht mehr beherrschbare Klimaentwicklungen zu verhindern», heißt es in der Studie.
Christopher Wolf von Terrestrial Ecosystems Research Associates (Tera) in Corvallis betont: «Die Überschreitung von Temperaturgrenzen wird üblicherweise anhand von 20-Jahres-Durchschnitten bewertet.» Doch bereits jetzt sei klar: «Es ist wahrscheinlich, dass der Klimawandel schneller voranschreitet, als viele Wissenschaftler vorhergesagt haben.» Johan Rockström ergänzt: «Unsere Arbeit zeigt, dass wir noch nicht dort sind – aber sehr nahe.»
Die aktuellen politischen Klimaschutzzusagen reichen bei Weitem nicht aus. Sie führen laut der Studie zu maximal 2,8 Grad Erwärmung bis 2100. Die Unsicherheit über genaue Risiken und Schwellenwerte der Kipppunkte sei «sondern vielmehr ein zwingender Grund für sofortiges vorsorgliches Handeln», fordern die Forscher. William Ripple unterstreicht: «Bestehende Klimaschutzmaßnahmen, wie der Ausbau erneuerbarer Energien und der Schutz Kohlenstoff-speichernder Ökosysteme, sind entscheidend, um den Anstieg der globalen Temperaturen zu begrenzen.» Das Team fordert vorausschauende Politik, stärkere politische Rahmenbedingungen und eine koordinierte globale Überwachung von Kipppunkten.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.








