Der Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung ist zum Jahreswechsel auf einen Rekordwert gestiegen. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag erhöhte sich von 2,94 Prozent auf 3,13 Prozent, wie eine Auswertung des GKV-Spitzenverbandes zeigt. Das bedeutet: 75 Millionen gesetzlich Versicherte zahlen nun deutlich mehr – trotz eines zweimilliardenschweren Sparpakets der Bundesregierung.
Insgesamt 42 von 93 gesetzlichen Krankenkassen haben ihre Beiträge erhöht. Der Gesamtbeitrag liegt damit bei rund 17,73 Prozent des Bruttogehalts. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hatte zuvor noch einen unveränderten Zusatzbeitrag von 2,9 Prozent für 2026 prognostiziert.
Konkrete Beispiele der Erhöhungen
Die Techniker Krankenkasse verlangt nun 17,29 Prozent (plus 0,24 Prozentpunkte), die DAK 17,8 Prozent (plus 0,4 Prozentpunkte). Die AOK Niedersachsen erhöhte auf 17,58 Prozent (plus 0,28 Prozentpunkte), die AOK Nordwest auf 17,59 Prozent (plus 0,2 Prozentpunkte). Für Versicherte bedeutet das direkt: weniger Netto vom Brutto.
Forderung nach echtem Reformjahr
Oliver Blatt, Chef des GKV-Spitzenverbandes, forderte im Gespräch mit der Bild grundlegende Änderungen. «Dieser deutliche Anstieg muss ein Weckruf für alle sein, die für unser Gesundheitssystem Verantwortung tragen. Ich appelliere an die Politik, aus dem Jahr 2026 ein echtes Reformjahr zu machen», sagte der 58-Jährige.
Als dringendste Maßnahme müsse der starke Anstieg bei den Krankenhauskosten und den Medikamentenpreisen gestoppt werden, so Blatt weiter. «Egal ob Politik, Krankenhaus- und Ärztevertreter, Krankenkassen und Pharmaindustrie – nur gemeinsam sichern wir die Zukunft der guten und finanzierbaren Versorgung der 75 Millionen gesetzlich Versicherten.»
Ministerin verteidigt frühere Prognose
Gesundheitsministerin Warken verteidigte sich nach Bekanntwerden der Beitragserhöhungen. «Die jeweiligen Zusatzbeiträge der Krankenkassen werden nicht von der Politik festgelegt. Es war immer klar, dass einzelne Kassen ihre Beiträge erhöhen, andere bleiben stabil oder senken sie sogar», erklärte die CDU-Politikerin.
Arbeitnehmer und Arbeitgeber tragen die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung je zur Hälfte. Der allgemeine Beitragssatz liegt bei 14,6 Prozent, die Zusatzbeiträge bestimmt jede Kasse individuell.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.



