In Siegen hat ein Prozess gegen eine Mutter begonnen, die ihre Tochter mehr als sieben Jahre in einem Haus in Attendorn weggesperrt haben soll. Polizei und Jugendamt befreiten das Mädchen im September 2022 im Alter von acht Jahren – es litt unter schweren psychischen und körperlichen Störungen. Die Staatsanwaltschaft wirft der Angeklagten Kindesmisshandlung, Körperverletzung und Freiheitsberaubung vor – die Großeltern sind wegen Beihilfe angeklagt.
Die Mutter soll ihre Tochter seit dem 15. Juli 2015 von der Außenwelt abgeschnitten haben. Staatsanwältin Christina Lukas sprach bei der Anklage-Verlesung von «böswilliger Vernachlässigung». Das Kind durfte nicht zur Schule gehen und hatte keinen Kontakt zu anderen Menschen. Bei der Befreiung am 23. September 2022 wog das Mädchen nur 35 Kilogramm – es hatte zehn Kilo abgenommen.
Die medizinische Untersuchung diagnostizierte massive seelische und körperliche Störungen: Phobien gegen Unbekanntes und gravierende Essstörungen. Ärzte behandelten das Kind mehrere Monate bis Mai 2023 in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie. Aktuell benötigt die inzwischen Zwölfjährige weiterhin ambulante Therapie.
Mutter täuschte Umzug nach Italien vor
Die Mutter wollte ihre Tochter «ganz für sich alleine haben» und vom Vater fernhalten, der im Juni 2015 Kontaktrechte eingefordert hatte. Sie täuschte einen Umzug nach Italien vor und gab falsche Adressen an. Italienische Behörden bestätigten am 12. September 2022, dass die Mutter nie an der angegebenen Adresse gewohnt hatte. Daraufhin spürten die Behörden das Kind auf.
Die Großeltern sollen die Isolation aktiv unterstützt haben. Sie besorgten Lebensmittel für das Versteck und belogen andere Menschen. Selbst bei einem Schwelbrand im Haus täuschten sie die Feuerwehr.
Bereits seit 2020 gab es anonyme Hinweise auf das Kind im Kreis Olpe.
Öffentlichkeit ausgeschlossen
Das Gericht schloss die Öffentlichkeit nach der Anklage-Verlesung vom Prozess aus. Grund ist ein Suizidversuch der Mutter im Januar und ihre Wahrnehmung, öffentlich als «Monster» dargestellt zu werden. Am Montag beim Prozess-Neustart wirkte die Angeklagte entspannt und lächelte mit ihrem Anwalt.
Der Mutter drohen bis zu 15 Jahre Haft, den Großeltern bis zu elf Jahre. Ein Gutachter hatte eine erheblich verminderte Schuldfähigkeit angedeutet – die Staatsanwaltschaft hat wegen dieses Hinweises noch keine konkrete Strafzeitforderung geäußert. Der Prozess musste nach mehrfachen Verzögerungen neu begonnen werden.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.








