Sparkassen-Coup: Täter bohrten 40-cm-Loch und plünderten 3.100 Fächer

upday.com 2 godzin temu
Durch ein großes Loch in der Wand waren die Täter in den Tresorraum gelangt. (Archivbild) -/Polizei Gelsenkirchen/dpa

Die Täter des spektakulären Millionen-Raubs bei der Sparkasse Gelsenkirchen sind durch eine manipulierte Fluchttür ins Gebäude gelangt. Die Polizei teilte mit, dass die Tür vom Parkhaus zum Sparkassengebäude so präpariert wurde, dass «ein ungehinderter Zugang vom Parkhaus in das Sparkassengebäude möglich» war. Die Manipulation verhinderte, dass die Tür ordnungsgemäß schloss und somit die Sicherheitssysteme umgangen wurden. Der Coup ereignete sich Ende Dezember und gilt als einer der größten Kriminalfälle in der Geschichte Nordrhein-Westfalens.

Die Täter bohrten ein 40 Zentimeter großes Loch direkt in den Tresorraum und plünderten rund 3.100 Kundenschließfächer. Das Computersystem der Bank registrierte die erste Schließfachöffnung am 27. Dezember um 10.45 Uhr, die letzte um 14.44 Uhr. Entdeckt wurde der Einbruch erst am 29. Dezember, nachdem die Brandmeldeanlage der Sparkasse ein zweites Mal ausgelöst hatte.

Aufwendige Ermittlungsarbeit

230 Ermittler durchsuchen etwa 500.000 Gegenstände, die im Tresorraum und einem angrenzenden Archivraum auf dem Boden gefunden wurden. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) beschrieb die Szenerie in einer Sondersitzung des Innenausschusses drastisch: «Das sieht aus wie eine Müllkippe.» Jeder einzelne Gegenstand müsse auf Spuren untersucht werden. Die Polizei wertet zudem acht Terabyte Daten aus, darunter 10.000 Stunden Videomaterial von Überwachungskameras.

Reul zeigte sich beeindruckt von der Professionalität der Täter: «Man denkt, man ist in einem Kinofilm, was Professionalität und Kaltschnäuzigkeit angeht.» Die Frage, ob Insider beteiligt waren, steht im Fokus der Ermittlungen. «Dass das nicht klein Fritzchen war, der sich was ausgedacht hat, ist relativ wahrscheinlich», so der Minister. Auch die Alarmanlage wirft Fragen auf: Warum schlug sie nicht an? Die Täter könnten sie deaktiviert, umgangen oder es könnte eine Fehlfunktion vorgelegen haben.

Tresor mit Chemikalien kontaminiert

Die Täter hinterließen den Tresorraum mit «verschiedenen chemischen Flüssigkeiten kontaminiert», wie die Polizei mitteilte. Damit wollten sie offenbar DNA-Spuren verwischen. Reul betonte dennoch: «Die eine Spur, die man ganz am Schluss findet, ist manchmal die, die einem hilft.» Er kündigte an: «Das Ding klären wir auf.»

Die genaue Höhe der Beute bleibt unklar. Reul erklärte: «Nicht mal die Sparkasse weiß, was da drin ist, weil jeder Einzelne in sein Fach das reintut, was er reintun möchte.» Die Versicherung deckt bis zu 10.300 Euro pro Schließfach ab. Viele Kunden geben jedoch an, deutlich wertvollere Gegenstände aufbewahrt zu haben.

Sparkasse unter Druck

Rechtsanwalt Daniel Kuhlmann drohte der Sparkasse mit «einer Klagewelle ungeahnten Ausmaßes». Er wirft der Bank Pflichtverletzungen vor, etwa das angebliche Fehlen eines Erschütterungsmelders im Tresor und die Tatsache, dass die Täter möglicherweise 48 Stunden ungestört arbeiten konnten.

Sparkassenchef Michael Klotz wies die Kritik an der Sicherheitstechnik zurück. «Die Filiale mit dem Schließfachraum war nach dem anerkannten Stand der Technik gesichert», betonte er. Die Maßnahmen würden kontinuierlich verbessert.

Innenminister Reul stellte klar, dass die Sparkasse alle Haftungsfragen klären müsse: «Wenn irgendwer einen Fehler gemacht hat, muss er haften. Das ist immer so im Leben.» Die Ermittlungen wegen schweren Bandendiebstahls werden sich noch länger hinziehen.

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.

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