Statt China oder Japan: Merz startet erste Asienreise in Indien

upday.com 6 godzin temu
Indien könnte künftig eine wichtige Rolle für Deutschland und Kanzler Friedrich Merz spielen. Kay Nietfeld/dpa

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist am frühen Nachmittag von München zu seiner ersten großen Asienreise aufgebrochen. Das Ziel: Indien. Die Wahl ist ungewöhnlich - seine Vorgänger Olaf Scholz (SPD), Angela Merkel (CDU) und Gerhard Schröder (SPD) bereisten zu Beginn ihrer Amtszeit zunächst China oder Japan. Indien kam erst später. Merz signalisiert mit der Reise eine strategische Neuausrichtung.

Begleitet wird der Kanzler von mehr als 23 Managern großer und mittelständischer deutscher Unternehmen, darunter Siemens, Airbus Defence and Space und Thyssenkrupp Marine Systems. Die zweitägige Reise führt nicht in die Hauptstadt Neu-Delhi, sondern nach Ahmedabad im Bundesstaat Gujarat und ins High-Tech-Zentrum Bengaluru.

Programm mit Modi in Gujarat

Am ersten Tag empfängt Indiens Ministerpräsident Narendra Modi den Kanzler in seiner Heimatregion Gujarat. Auf dem Programm steht ein Besuch der früheren Wirkungsstätte von Nationalheld Mahatma Gandhi in Ahmedabad. Anschließend nehmen beide am traditionellen Drachenfestival am Sabarmati-Fluss teil, bevor politische Gespräche folgen. Der zweite Tag konzentriert sich auf wirtschaftliche Kooperation in Bengaluru, dem Zentrum der indischen High-Tech-Industrie.

Strategische Partnerschaft statt Abhängigkeit

Die Reise zielt darauf ab, Deutschlands Partnerschaften zu diversifizieren und Abhängigkeiten von einzelnen Großmächten zu reduzieren - insbesondere von den USA im Sicherheitsbereich und von China in der Wirtschaft. Indien ist mit mehr als 1,4 Milliarden Einwohnern das bevölkerungsreichste Land der Welt und die fünftstärkste Wirtschaft. Volker Treier, Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer, sagte: «Angesichts seiner wirtschaftlichen Dynamik, der jungen Bevölkerung und der wachsenden industriellen Basis gewinnt Indien für unsere Unternehmen rasant an Relevanz.»

Allerdings rangiert Indien derzeit nur auf Platz 23 unter Deutschlands Handelspartnern. Die Verhandlungen über ein EU-Indien-Freihandelsabkommen laufen seit 18 Jahren, waren mehrfach unterbrochen und ein Abschluss beim geplanten EU-Indien-Gipfel Ende Januar ist nicht absehbar.

Indien zwischen Russland und dem Westen

Indien unterhält enge Beziehungen sowohl zu Russland als auch zu westlichen Ländern. Im Dezember empfing Modi den russischen Präsidenten Wladimir Putin in Neu-Delhi. Indien ist über die Brics-Staatengruppe mit Russland verbunden und importiert weiterhin russisches Öl - Einnahmen, die Russlands Krieg gegen die Ukraine mitfinanzieren. Anders als die meisten Staaten hat Indien den Krieg in der UN-Vollversammlung nicht verurteilt.

Deutschland versucht, Indiens militärische Abhängigkeit von Russland zu verringern. Thyssenkrupp Marine Systems verhandelt über den Verkauf von sechs U-Booten an die indische Marine. Zudem besteht indisches Interesse am Airbus-Transportflugzeug A400M. Die deutschen und indischen Verteidigungsministerien wollen eine Absichtserklärung zur Stärkung der Kooperation zwischen Rüstungsunternehmen beider Länder unterzeichnen.

Fachkräfte-Offensive

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Gewinnung indischer Fachkräfte. Die Ampel-Regierung hatte im Oktober 2024 eine entsprechende Strategie beschlossen. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Inder in Deutschland stieg laut Bundesanstalt für Arbeit von knapp 25.000 im Jahr 2015 auf fast 170.000 im Jahr 2025. Indische Studierende bilden mit knapp 60.000 die größte Gruppe ausländischer Studenten in Deutschland.

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.

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