Mehr als 400 Drohnen und etwa 40 Raketen: Russland hat die ukrainische Energieinfrastruktur am Samstagmorgen massiv attackiert und damit landesweite Stromausfälle ausgelöst. Die Angriffe trafen Stromnetz, Kraftwerke und Umspannwerke in mehreren Regionen - besonders in der Westukraine. Bei teilweise zweistelligen Minusgraden sind Hunderttausende Menschen ohne Strom, Wasser und Heizung. Polen reagierte mit der Aktivierung seiner Luftabwehr und schloss zwei Flughäfen nahe der ukrainischen Grenze.
Die ukrainische Regierung ordnete landesweite Notabschaltungen an. Besonders betroffen sind die westukrainischen Regionen Wolhynien, Iwano-Frankiwsk, Lwiw und Rivne. Energieminister Denys Schmyhal teilte auf Telegram mit: «Russische Kriminelle haben einen weiteren Großangriff auf ukrainische Energieanlagen verübt.» Die Attacken seien noch im Gange, erklärte er: «Der Angriff geht weiter.»
Polnischer Luftraum gesperrt
Polen schickte Kampfjets hoch und versetzte seine bodengestützte Luftabwehr in Bereitschaft. Das Operative Kommando der polnischen Streitkräfte begründete die Maßnahme auf der Plattform X: «Achtung. Aufgrund der Aktivitäten der Langstreckenluftwaffe Russlands, die Angriffe auf das Gebiet der Ukraine fliegt, hat die Militärluftwaffe begonnen, im polnischen Luftraum zu operieren.» Die Flughäfen Rzeszow und Lublin stellten den Betrieb vorübergehend ein.
Die US-Luftfahrtbehörde FAA sprach in einer Mitteilung an Flugpersonal von «ungeplanten militärischen Maßnahmen» im südöstlichen polnischen Luftraum. Der Flugbeobachtungsdienst Flightradar24 brachte die Sperrung mit einer NATO-Operation in Verbindung. Rzeszow gilt als wichtiger NATO-Knotenpunkt für Waffenlieferungen an die Ukraine.
Selenskyj fordert stärkere Luftabwehr
Präsident Wolodymyr Selenskyj verlangte schnellere Reparaturen an der beschädigten Infrastruktur und eine Verstärkung der ukrainischen Luftabwehr. Russland dürfe Kälte nicht als Druckmittel einsetzen können, forderte er. Der staatliche Netzbetreiber Ukrenergo kündigte an, Reparaturarbeiten würden beginnen, sobald die Sicherheitslage es erlaube.
Die Angriffe erfolgen trotz jüngster Verhandlungen zwischen Russland, der Ukraine und den USA. Die zweite Gesprächsrunde in Abu Dhabi war am Donnerstag zu Ende gegangen. Beide Seiten berichteten von Fortschritten, aber keinem Durchbruch zur Beendigung der Kämpfe. Moskau und Kiew einigten sich auf einen Gefangenenaustausch und kündigten weitere Gespräche an.
Warnung vor Waffenstillstand
Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, warnte im Tagesspiegel vor einem vorschnellen Waffenstillstand in der Ukraine. «Solange die Ukraine Europa verteidigt, ist die Gefahr nicht so groß. Dadurch sind Putins Armeen dort gebunden», sagte er. Ein Waffenstillstand würde die Lage verschärfen: «In dem Augenblick, in dem es einen Waffenstillstand in der Ukraine gibt, ändert sich die Lage. Dann kann Putin seine Aufrüstung in aller Ruhe fortsetzen, und die Bedrohungslage verschärft sich für die Nato-Länder an der Ostflanke.»
Russland greift das ukrainische Energiesystem seit Monaten massiv an. Nach fast vier Jahren Krieg ist die Infrastruktur bereits stark geschwächt. Die ukrainischen Streitkräfte führten ihrerseits 2025 drei Offensivoperationen durch, berichtete Armeechef Olexander Syrskyj der Nachrichtenagentur RBC Ukraine: «Im Jahr 2025 führten die ukrainischen Verteidigungskräfte drei Offensivoperationen durch, zwei davon auf dem Gebiet der Russischen Föderation: in der Region Belgorod und in der Region Kursk.»
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.









