Politiker in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden fordern einen Boykott der Fußball-WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko. Der Grund: US-Präsident Donald Trumps Ansprüche auf Grönland haben einen Konflikt mit europäischen NATO-Staaten ausgelöst. Die Debatte nimmt an Fahrt auf – in den Niederlanden sammelte eine Boykott-Petition innerhalb weniger Tage über 100.000 Unterschriften.
CDU-Außenpolitiker Jürgen Hardt stellte dem Deutschlandfunk gegenüber die Teilnahme infrage, falls Grönland annektiert würde. Er fragte, «ob man an solchen Spielen teilnehmen kann», wenn dies völkerrechtswidrig geschehe. Annalena Baerbock, Präsidentin der Generalversammlung der Vereinten Nationen und ehemalige deutsche Außenministerin, äußerte sich bei RTL und ntv grundsätzlich: «Wenn man nicht eine Grundform von Regeln hat, an die sich alle halten, dann funktioniert eine Fußball-Weltmeisterschaft nicht.» Sie ergänzte: «Und dieses Verständnis gilt ja auch in der Wirtschaftspolitik. Wenn man sagt, ein Deal ist ein Deal und morgen ist alles hinfällig, dann kann man auch keine Geschäfte auf dieser Welt machen.»
Der britische konservative Parlamentsabgeordnete Simon Hoare forderte seine Regierung auf, Trump mit «Feuer mit Feuer» zu bekämpfen. Er stellte sogar den geplanten USA-Besuch von König Charles III. infrage, um Trumps Ego zu treffen.
Niederländische Petition mit klarer Botschaft
Die niederländische Petition richtet sich an den nationalen Fußballverband KNVB und die Regierung. Die Unterzeichner erklären, es sei «unvereinbar, dass unsere Fußballer an einem Turnier eines Präsidenten teilnehmen, der damit droht, seinen eigenen Verbündeten Grönland zu überfallen und zu besetzen, wodurch er die Nato zerstört und den Weltfrieden gefährdet». Die rasante Mobilisierung zeigt die Brisanz des Themas in der niederländischen Gesellschaft.
Der KNVB bleibt jedoch bei seiner Linie. Der Verband stellte klar: «Wir haben uns für die Endrunde qualifiziert und werden daran teilnehmen.» Auch Frankreich lehnt einen Boykott ab. Sportministerin Marina Ferrari sagte dem Guardian: «Derzeit gibt es seitens des Ministeriums keine Absicht, diesen großartigen Wettbewerb zu boykottieren.» Sie betonte: «Ich bin jemand, der daran glaubt, Sport und Politik voneinander zu trennen. Die Weltmeisterschaft ist ein äußerst wichtiger Moment für alle, die Sport lieben.»
FIFA betont "gute Beziehungen" zu Trump
FIFA-Chef Gianni Infantino pflegt eine besondere Verbindung zu Trump. Im Dezember überreichte er dem US-Präsidenten bei der WM-Auslosung einen "FIFA-Friedenspreis" – ein Auftritt, der in sozialen und traditionellen Medien als befremdlich wahrgenommen wurde. Die FIFA kommuniziert, dass ihr Präsident «gute Beziehungen» zu den Staatschefs der Gastgeberländer benötige, um erfolgreiche Turniere zu organisieren.
IOC-Chefin Kirsty Coventry kommentierte Infantinos Nähe zu Trump mit Blick auf die anstehende WM: «Er hat ja in ein paar Monaten seine Weltmeisterschaft. Da wäre ich etwas besorgt, wenn es keine gute Beziehung geben würde.» Das Internationale Olympische Komitee teilt diese Haltung – mit Blick auf die Olympischen Sommerspiele 2028 in Los Angeles.
Skepsis über Wirksamkeit von Sport-Boykotten
SPD-Bundestagsabgeordneter Ralf Stegner äußerte sich bei ntv Frühstart skeptisch über die Wirkung solcher Maßnahmen: «Das sind keine besonders hilfreichen Maßnahmen.» Ein Boykott würde vor allem Fans treffen, die bereits Tickets gekauft und teure Reisen gebucht haben. Die deutsche Nationalmannschaft spielt ihr erstes WM-Spiel am 14. Juni gegen Curaçao.
Historische Parallelen gibt es: Bei den Olympischen Spielen 1980 in Moskau und 1984 in Los Angeles kam es zu politisch motivierten Boykotten. Auch vor der WM 2022 in Katar gab es eine heftige Debatte wegen Menschenrechtsverletzungen. Die deutsche Mannschaft trug diese Diskussionen ins Turnier – und schied in der Vorrunde aus. Der Deutsche Fußball-Bund gilt als "gebranntes Kind" in Sachen Boykott-Debatten.
Die Fußball-WM 2026 findet vom 11. Juni bis 19. Juli statt. Erstmals nehmen 48 Mannschaften teil.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.




