In Syriens zweitgrößter Stadt Aleppo hat die syrische Übergangsregierung eine Waffenruhe verkündet – doch kurdische Kämpfer weigern sich, die umkämpften Stadtteile zu verlassen. Die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und den kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) haben seit Dienstag mehr als 140.000 Menschen in die Flucht getrieben und mindestens 21 Todesopfer gefordert.
Die humanitäre Lage in den betroffenen Vierteln Scheich Maksud, Aschrafija und Bani Seid ist katastrophal. Sultana Ibrahim, eine 41-jährige Kurdin, harrt trotz der Evakuierungsaufrufe aus: «Wir haben kein Wasser, keinen Strom, gar nichts mehr», sagte sie. «Die Kinder haben Hunger und es gibt keine Milch für sie.» Ihr Mann arbeitet in einer der letzten Bäckereien, die noch Brot für die verbliebenen Bewohner backt. «Ich weiß nicht, wohin wir gehen sollen», so Ibrahim.
Die syrische Übergangsregierung hatte am Freitag eine Waffenruhe zwischen drei und neun Uhr Ortszeit ausgerufen. Kurdische Kämpfer sollten die Stadtviertel verlassen und in den Nordosten des Landes gebracht werden. Doch der Gemeinderat der kurdisch kontrollierten Bezirke Scheich Maksud und Aschrafija lehnte ab: «Wir haben beschlossen, in unseren Bezirken zu bleiben und sie zu verteidigen.» Jede Form der Kapitulation werde abgelehnt.
Gescheitertes Integrationsabkommen
Hintergrund des Konflikts ist ein im März geschlossenes Abkommen zwischen der Regierung in Damaskus und den SDF. Demnach sollten kurdische zivile und militärische Institutionen bis Ende 2025 in die syrische Zentralregierung und Armee integriert werden. Die Umsetzung scheiterte jedoch.
Die syrische Übergangsregierung unter Präsident Ahmed al-Scharaa wirft den SDF vor, die Stadtviertel militärisch zu nutzen und sich nicht in die Armee zu integrieren. Die kurdische Seite weist die Vorwürfe zurück und beschuldigt Regierungstruppen, unbewaffnete Zivilisten anzugreifen. SDF-Oberbefehlshaber Masloum Abdi erklärte, die Angriffe der Regierung würden die Chancen auf eine Einigung untergraben.
Internationale Aufrufe zu Zurückhaltung
Die EU-Kommission verfolgt die Entwicklungen mit Sorge. Ein Kommissionssprecher sagte: «Wir verfolgen die Entwicklungen in und um Aleppo mit großer Sorge, insbesondere die Berichte über zivile Opfer.» Die EU rief alle Seiten zu Zurückhaltung auf. Auch die Vereinten Nationen forderten beide Konfliktparteien zur Deeskalation auf.
Die USA begrüßten die Waffenruhe. US-Gesandter Tom Barrack dankte den Beteiligten für ihre Zurückhaltung und kündigte an, aktiv zur Verlängerung der Waffenruhe beizutragen.
Türkische Unterstützung für Damaskus
Die Türkei hat der syrischen Übergangsregierung Unterstützung im Kampf gegen die kurdischen Kämpfer angeboten. Das türkische Verteidigungsministerium erklärte: «Wenn Syrien uns um unsere Mithilfe bittet, wird die Türkei die nötige Unterstützung leisten.» Außenminister Hakan Fidan bezeichnete die SDF als größtes Hindernis für den Frieden: «Dass die SDF darauf beharren, ihre Besitztümer mit allen Mitteln zu verteidigen, ist das größte Hindernis für den Frieden in Syrien.»
Ankara betrachtet die kurdisch geführten SDF als Verbündete der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK, die in der Türkei als Terrororganisation eingestuft wird. Die Türkei hat über die vergangenen zehn Jahre Gebiete in Nordsyrien besetzt, um eine Pufferzone an ihrer Südgrenze zu schaffen.
Die kommenden Tage werden zeigen, ob die Kurden ihre Stellungen in Aleppo räumen oder ob die Kämpfe wieder aufflammen.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.



