Die EU und Indien wollen am heutigen Dienstag ihre Wirtschaftsbeziehungen vertiefen. Beim Gipfeltreffen steht ein lang erwartetes Freihandelsabkommen auf der Agenda – doch Indiens enge Energiekooperation mit Russland überschattet die Verhandlungen. Experten bezweifeln, dass die EU Indien von seinen Russland-Geschäften abbringen kann.
Indien entwickelte sich nach dem Ukraine-Krieg zu einem wichtigen Abnehmer für russisches Öl – zu günstigen Preisen. Indiens Premierminister Narendra Modi hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kürzlich «sehr ausführlich erläutert», dass Indien mit seinen 1,4 Milliarden Einwohnern von den russischen Öl- und Gasimporten «abhängig» sei.
Doch die Verbindungen gehen weit über Energie hinaus: Russland ist seit Jahrzehnten Indiens wichtigster Waffenlieferant.
EU kann kaum Druck ausüben
Experten sehen wenig Spielraum für die EU, Indien zu einem Kurswechsel zu bewegen. «Russland ist zu einem der wichtigsten Energielieferanten Indiens geworden, während der bilaterale Handel insgesamt stark angewachsen ist und klar zugunsten Russlands ausfällt», sagte Serge Nussbaumer, Leiter Public Solutions bei Maverix Securities, gegenüber IPPEN.MEDIA. «Für Indien sind diese Beziehungen ein zentraler Bestandteil seiner Energiesicherheit und seiner langfristig angelegten aussenpolitischen Strategie der 'strategischen Autonomie'», so Nussbaumer.
Marcus Weyerer, Direktor ETF Investment Strategy EMEA bei Franklin Templeton, erklärte gegenüber IPPEN.MEDIA: «Es bestehen enge Kooperationen in den Bereichen Düngemittel, Kohle, Kernenergie sowie insbesondere in der Rüstungsindustrie. Russland war über Jahrzehnte der mit Abstand wichtigste Waffenlieferant Indiens.» Russland sei für Indien strukturell unverzichtbar – für Wartung, Ersatzteile und militärische Ausbildung. «Aus indischer Sicht ist Russland damit weniger ein kurzfristiger Opportunitätspartner, sondern ein strategischer Akteur, der zur Energieversorgungssicherheit, zur militärischen Einsatzfähigkeit und zur geopolitischen Diversifizierung beiträgt», so Weyerer.
Nussbaumer warnte vor direktem Druck: «Das Land sieht sich nicht als Teil eines vom Westen geführten Sanktionsregimes und lehnt es ab, seine Aussen- und Wirtschaftspolitik an den politischen Erwartungen externer Akteure auszurichten.» Maßnahmen wie Sanktionen oder öffentlicher Druck könnten nach hinten losgehen.
Stattdessen empfiehlt der Experte Anreize: «Voraussetzung wäre ein attraktives Gegenangebot, beispielsweise eine vertiefte wirtschaftliche Partnerschaft in Form eines ambitionierten Freihandelsabkommens, verstärkte Investitionen, Technologietransfer oder Kooperationen im Bereich erneuerbarer Energien, wodurch Indiens Abhängigkeit von russischem Öl real verringert würde.»
Deutsche Industrie hofft auf Durchbruch
Die deutsche Industrie setzt große Hoffnungen auf das Freihandelsabkommen. Volker Treier, Aussenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer, sagte am Montag: «Das Abkommen kann die beachtlichen Zollsätze und Handelshürden, die beim Eintritt zum indischen Markt für unsere Unternehmen zu beachten sind, helfen abzubauen.» Besonders die Automobilindustrie, der Maschinenbau und die Chemieindustrie könnten profitieren.
Für die EU geht es vor allem darum, ihre Abhängigkeit von chinesischen Lieferketten zu reduzieren und Zugang zum wachstumsstarken indischen Markt zu sichern.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.








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