Boxer Agit Kabayel hat seinen WBC-Interimstitel im Schwergewicht erfolgreich verteidigt. Der 33-Jährige besiegte den polnischen Herausforderer Damian Knyba am Samstagabend in der Rudolf-Weber-Arena in Oberhausen durch technischen K.o. in der dritten Runde. Vor 13.000 Zuschauern feierte Kabayel seinen 27. Sieg im 27. Profikampf – und machte einen weiteren Schritt in Richtung Weltmeisterschaft.
Die Arena war innerhalb von nur fünf Tagen ausverkauft, ein Ereignis, das als größtes deutsches Box-Event seit dem Duell zwischen Wladimir Klitschko und Tyson Fury vor zehn Jahren gilt. Für Kabayel war es der erste Kampf in Deutschland seit fast drei Jahren.
K.o. trotz früher Verletzung
Kabayel zog sich bereits in der ersten Runde eine Schnittwunde über dem rechten Auge zu. Trotzdem dominierte er den etwa zehn Zentimeter größeren Knyba zunehmend. In der dritten Runde beendete eine Schlagserie des Bochumer den Kampf vorzeitig.
Ex-Weltmeisterin Regina Halmich zeigte sich als DAZN-Expertin begeistert von der Atmosphäre: «Ich habe wirklich Gänsehaut, das erinnert mich an die gute alte Boxzeit. Das Boxen in Deutschland lebt wieder - und das tut so gut.»
Weltmeisterschaftskampf gegen Usyk im Visier
Kabayels nächstes Ziel ist ein Weltmeisterschaftskampf gegen den Ukrainer Oleksandr Usyk (38), der die Titel der Verbände WBC, IBF, IBO und WBA hält. Allerdings plant Usyk zunächst eine freiwillige Titelverteidigung gegen den US-Amerikaner Deontay Wilder, voraussichtlich im Frühjahr. Ein Kampf gegen Kabayel könnte frühestens im September oder Oktober stattfinden.
Bernd Bönte, früherer Manager der Klitschkos und DAZN-Experte, forderte: Druck müsse auf den WBC-Verband und Usyk ausgeübt werden, damit der Pflichtverteidiger-Kampf gegen Kabayel nach der freiwilligen Titelverteidigung stattfinde.
Breite Unterstützung aus Fußball und Musik
Kabayel genießt prominente Unterstützung. Fußballstars wie Emre Can, Kapitän von Borussia Dortmund, wünschten ihm in einer DAZN-Kampagne Erfolg: «Wir wünschen dir alles Gute für deinen nächsten Kampf. Hau den weg, mach es wie immer – Deutschland steht hinter dir, wir glauben an dich.»
Auch Nationalspieler Deniz Undav, der wie Kabayel einen deutsch-kurdischen Familienhintergrund hat, zeigte sich in Videos solidarisch. Vom Trainingslager des VfL Bochum in der Türkei grüßte Verteidiger Maxi Wittek: «Hi Agit, viel Erfolg für deinen Kampf in Deutschland. Nach langer Zeit haben wir mal einen Boxkampf bei uns im Land. Viele Grüße aus Belek, knock ihn aus.»
Rapper Haftbefehl, der Kabayel als "Bruder" bezeichnet, rief auf: «Checkt alle den Kampf ab» und «Agit, hau den weg, Alter. Wir sind alle stolz auf dich.» Kabayels Cousin KC Rebell hatte ihn bereits bei Kämpfen in Riad unterstützt.
Kampf um Anerkennung trotz Migrationshintergrund
Im Interview mit dem Sport-Kompetenzcenter von WELT, Bild und Sport Bild hatte Kabayel vor dem Kampf über fehlende Anerkennung gesprochen. Er sagte: «Ich muss das Kind jetzt mal beim Namen nennen. Mein Name ist Menschen in der Sportwelt jetzt zwar ein Begriff, gerade international. Aber ich fühle mich als Top-Sportler in Deutschland nicht akzeptiert.»
Kabayel kritisierte die mangelnde Medienaufmerksamkeit: «Wie kann es sein, dass ich in Riad auf der größten Box-Bühne der Welt für Deutschland kämpfe, mich unter den fünf besten Schwergewichtsboxern der Welt etabliere, Interims-Weltmeister werde und kein einziges deutsches Medium außer der "Bild"-Zeitung vor Ort ist? Wenn Leichtathleten, Schwimmer oder Biathleten in ihren Sportarten Weltmeister werden, werden sie als "Sportler des Jahres" ausgezeichnet und sitzen auf Einladung der Öffentlich-Rechtlichen in gefühlt jeder Sendung. Ich nicht.»
Er vermute, dass ein Boxer mit seinem Erfolg, aber einem deutschen Namen, bereits mehrfach in solche Sendungen eingeladen worden wäre. «Vielleicht ist der Name Agit Kabayel nicht deutsch genug. In den letzten Jahren wurde ich oft gefragt, ob ich meinen Namen ändern würde», so Kabayel.
Der ausverkaufte Kampf in Oberhausen sei für ihn ein Beweis: «Weil ich gezeigt habe, dass man in Deutschland als Boxer mit Migrationshintergrund nicht mehr seinen Namen ändern muss, um eine große Arena auszuverkaufen.»
Historisches Ziel: Nachfolger von Max Schmeling
Kabayel strebt danach, der erste deutsche Schwergewichts-Weltmeister seit Max Schmeling zu werden, der den Titel vor mehr als 95 Jahren holte. Im Interview sagte er: «Wahrscheinlich, ja. Es wird Zeit, dass ein Deutscher endlich wieder Weltmeister im Schwergewicht wird. Ich will derjenige sein, der den legendären Max Schmeling endlich mal ablöst.»
Ex-Weltmeister Henry Maske bescheinigte Kabayel bereits, «in der Weltspitze angekommen» zu sein. Regina Halmich lobte: «Agit bringt alles mit: Er ist sympathisch, authentisch und muss keine Geschichten erfinden – er ist die Geschichte.»
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.











