US-Präsident Donald Trump droht erneut mit der gewaltsamen Übernahme Grönlands. Die Führungen aller fünf Parlamentsparteien der weitgehend autonomen Arktis-Insel wehren sich geschlossen – und fordern die USA auf, die «Geringschätzung» zu beenden. Die deutsche Bundesregierung sucht vor geplanten Verhandlungen am Dienstag eine diplomatische Lösung.
Trump bekräftigte seine Pläne mit scharfen Worten. «Aber wenn wir es nicht auf die einfache Art und Weise tun, werden wir es auf die harte Art und Weise tun», sagte der 79-Jährige. Er begründete seinen Anspruch mit geopolitischen Argumenten: «Denn wenn wir es nicht machen, werden Russland oder China Grönland einnehmen, und wir wollen Russland oder China nicht als Nachbarn haben» Bei einem Treffen mit US-Ölmanagern im Weißen Haus warnte er, ohne amerikanisches Handeln «wären China und Russland dort gewesen».
Die grönländische Parlamentsführung reagiert eindeutig. In einer gemeinsamen Erklärung stellten die Parteichefs klar: «Wir wollen keine Amerikaner sein, wir wollen keine Dänen sein, wir wollen Grönländer sein» Sie forderten Washington auf, «ihre Geringschätzung gegenüber unserem Land einzustellen». Die Zukunft Grönlands müsse vom grönländischen Volk entschieden werden, betonten sie und riefen zu intensivem Dialog «mit unseren Verbündeten und den Ländern, mit denen wir zusammenarbeiten» auf.
Deutsche Diplomatie-Offensive
Die Bundesregierung schickt zwei Spitzenvertreter nach Washington. Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) und Außenminister Johann Wadephul (CDU) reisen am Montag in die US-Hauptstadt – einen Tag vor den geplanten Verhandlungen zwischen amerikanischen, dänischen und grönländischen Vertretern. Deutschland hatte sich am Freitag mit Frankreich und Großbritannien in der sogenannten E3-Gruppe abgestimmt.
Wadephul will mit seinem US-Kollegen Marco Rubio über eine gemeinsame NATO-Strategie sprechen. Gegenüber BILD betonte der CDU-Politiker: «Der arktische Raum hat eine neue sicherheitspolitische Bedeutung bekommen. Diese Bedeutung wird weiter zunehmen, gerade weil Russland und auch China dort Interessen haben, die unseren zuwiderlaufen.» Gleichzeitig stellte er klar: «Dabei ist es klar, dass es allein Sache Grönlands und Dänemarks ist, über Fragen von Territorium und Souveränität von Grönland zu entscheiden.»
NATO-Bündnis unter Druck
Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen warnte drastisch: Ein US-Angriff auf Grönland würde das Ende des NATO-Verteidigungsbündnisses bedeuten. Der CDU-Außenpolitiker Armin Laschet, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, sagte der Funke Mediengruppe: «Wir müssen den Amerikanern in diplomatischen Gesprächen deutlich machen, dass ein militärisches Vorgehen gegen ein kleines NATO-Land das letzte Vertrauen in die Allianz zerstören würde.»
Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung diskutieren NATO-Diplomaten in Brüssel über eine neue Überwachungsmission namens «Arctic Sentry» (Wächter der Arktis). Die Mission soll die Präsenz des Bündnisses in der Arktis verstärken. Der britische Premier Keir Starmer sprach am Freitag mit Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron über eine stärkere NATO-Präsenz im hohen Norden, um Gegner wie Russland abzuschrecken.
Kritik auch in Deutschland
Jürgen Hardt, außenpolitischer Experte der Unionsfraktion, nannte Trumps Ansprüche gegenüber BILD «anmaßend und auch gegen amerikanisches Interesse gerichtet». Sie irritierten nicht nur die NATO-Verbündeten, sondern auch weite Teile des US-Kongresses. Der SPD-Außenpolitiker Adis Ahmetovic forderte gegenüber BILD: «Europa darf sich von Trump nicht einschüchtern lassen. Wir müssen gemeinsam bei Grönland ein Stoppschild setzen. Trump braucht endlich Klartext.»
Ein nicht namentlich genannter deutscher Minister warnte BILD vor weitreichenden Folgen: «Wenn Trump durchzieht, legt er die Ukraine und Taiwan gleich mit aufs Schafott.»
Grönland gehört offiziell zum Königreich Dänemark, besitzt aber weitgehende Autonomie. Die Insel ist mit knapp 57.000 Einwohnern sechsmal so groß wie Deutschland und zu vier Fünfteln eisbedeckt. Die strategische Bedeutung der rohstoffreichen Region hat in den vergangenen Jahren durch verstärkte militärische Aktivitäten Russlands und Chinas in der Arktis zugenommen.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.











