Die FDP-Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann fordert die Bundesregierung auf, alle deutschen Goldreserven aus den USA zurückzuholen. Grund sind die "unberechenbare US-Politik von Präsident Trump" und wachsende globale Unsicherheiten. Rund 37 Prozent der deutschen Goldreserven lagern derzeit in Tresoren der Federal Reserve in New York - mehr als 1.230 Tonnen im Wert von 164 Milliarden Euro.
«In einer Zeit wachsender globaler Unsicherheiten und unter der unberechenbaren US-Politik von Präsident Trump ist es nicht länger vertretbar, dass rund 37 Prozent der deutschen Goldreserven, mehr als 1230 Tonnen, in Tresoren der Federal Reserve in New York lagern», sagte die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Europaparlament dem "Spiegel". Sie verlangt einen klaren Zeitplan für die vollständige Rückführung: «Vor diesem Hintergrund fordere ich die Bundesregierung auf, schnellstmöglich einen klaren Zeitplan zur vollständigen Rückführung der deutschen Goldreserven nach Deutschland vorzulegen.»
Strack-Zimmermann verlangt zudem von Bundesbank und Finanzministerium eine transparente Risikoanalyse zu den politischen und rechtlichen Gefahren der Auslandslagerung. Der Bundestag solle in einer Sondersitzung über die Zukunft der Reserven und die wirtschaftliche Unabhängigkeit Deutschlands beraten.
Unterstützung von Experten und Grünen
Auch andere Stimmen mahnen zur Vorsicht. Emanuel Mönch, ehemaliger Leiter der Forschungsabteilung der Bundesbank, hält es laut "Handelsblatt" «aktuell riskant, so viel Gold in den USA zu lagern». Zur «größeren strategischen Unabhängigkeit von den USA wäre die Bundesbank darum gut beraten, über eine Rückholaktion nachzudenken», so Mönch.
Katharina Beck, finanzpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, betonte gegenüber dem "Handelsblatt", Goldreserven seien «ein wichtiger Stabilitäts- und Vertrauensanker». «Sie dürfen auf keinen Fall zum Spielball geopolitischer Auseinandersetzungen werden», sagte Beck. Am sichersten wäre es, «wenn die Goldreserven ab jetzt in Deutschland verwahrt werden», solange Trump im Amt sei.
Bundesbank sieht keine Gefahr
Die Bundesbank hält dagegen an der Auslandslagerung fest. Bundesbank-Präsident Joachim Nagel versicherte im Oktober 2025 zur Sicherheit des Goldes in New York: «Es ist vorhanden, es ist echt und es ist in vollständiger Übereinstimmung mit dem, was wir in unseren Büchern haben.» Die Bundesbank betont ihre vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Fed: «Die New York Fed ist und bleibt in diesem Rahmen eine wichtige Lagerstelle für unser Gold. Wir haben keinen Zweifel daran, dass wir mit der Fed New York einen vertrauenswürdigen, verlässlichen Partner bei der Aufbewahrung unserer Goldbestände haben.»
Die Bank erklärt, die Lagerkapazitäten in Frankfurt würden für die 1.236 Tonnen aus den USA grundsätzlich ausreichen: «Auch 100 Prozent aller Goldreserven könnten in den Tresoren der Bundesbank untergebracht werden.»
Deutschlands Goldreserven im Detail
Deutschland verfügt über die zweitgrößten Goldreserven weltweit nach den USA. Ende 2024 lagerten insgesamt 3.352 Tonnen Gold im Wert von mehr als 270 Milliarden Euro - aufgeteilt auf 267.682 Barren. Mehr als die Hälfte davon liegt bereits in Frankfurt: 1.710 Tonnen. Die US-Notenbank Fed in New York verwahrt 1.236 Tonnen, die Bank of England in London 405 Tonnen.
Deutschland baute seine Goldreserven hauptsächlich während der Wirtschaftswunderjahre auf. Die Bundesbank erhielt zwischen 1951 und 1958 insgesamt 48,7 Millionen Unzen Feingold über die Europäische Zahlungsunion, mit der bilaterale Überschüsse und Defizite in Dollar oder Gold ausgeglichen wurden.
Zwischen 2013 und 2017 holte die Bundesbank bereits 300 Tonnen aus New York und 374 Tonnen aus Paris zurück. Die Pariser Lagerstätte wurde vollständig aufgegeben. Das damalige Ziel: Die Hälfte des Goldes in Deutschland, die andere Hälfte bei Fed und Bank of England. Der damalige Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele erklärte 2013 die zwei Hauptfunktionen der Goldreserven: «Die beiden wichtigsten Funktionen der Goldreserven sind die Vertrauensbildung im Inland und die Möglichkeit, binnen kürzester Zeit Gold an Goldhandelsplätzen im Ausland in Fremdwährungen umtauschen zu können.»
Für mehr Transparenz listet die Bundesbank seit Ende 2015 jeden einzelnen Goldbarren auf fast 2.400 Seiten öffentlich auf. Im August 2017 präsentierte sie Goldbarren in ihrer Zentrale. Ein Barren ist Hauptattraktion im Geldmuseum in Frankfurt - Besucher dürfen ihn anfassen.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.








