Ein Hamburger Startup will die Schuhproduktion revolutionieren: Zellerfeld, gegründet von dem 30-jährigen Cornelius Schmitt, plant bis Ende 2026 seine 3D-Drucker-Flotte von gut 200 auf bis zu 2.000 Geräte zu erweitern. Das Ziel: Rund eine Million individuell gedruckte Sneaker im Jahr 2026 zu produzieren. Der aktuelle Aufhänger ist eine Kooperation mit Nike – vor wenigen Wochen präsentierten beide Unternehmen die ersten mehrfarbigen 3D-gedruckten Schuhe. Schmitt nennt dies «ein weiterer Durchbruch und Meilenstein für uns».
Was als Hobby in einer Studentenbude in Clausthal-Zellerfeld im Harz begann, ist heute ein globales Unternehmen mit Produktionsstätten in Hamburg und Austin, Texas. Schmitt, Wirtschaftsingenieur aus Münster, baute Anfang 20 seinen ersten 3D-Drucker für Schuhe – angetrieben von seiner Leidenschaft für extravagante Sneaker. «Du gibst mir dein Design, ich drucke dir das for free, aber dafür darf ich das auch haben. Und so ging das dann quasi los», erinnert sich Schmitt an die Anfänge.
Von der Nische zum Massenmarkt
Die Strategie zahlte sich aus: Heute umfasst die Datenbank mehr als 1.000 verschiedene Sneaker-Modelle. Designer liefern ihre Entwürfe, Zellerfeld übernimmt den Druck – gegen Gebühr und mit einem Gewinnschlüssel von 60:40 zugunsten der Designer, ohne Lizenzgebühren. Die Produktion eines Schuhpaars dauert zwölf bis 24 Stunden, während traditionelle Schuhe zwölf bis 24 Monate vom Entwurf bis in den Laden brauchen. «Bei uns ist es ein Tag», betont Schmitt.
Das Unternehmen hat ein eigenes Material entwickelt, «Zellerfoam», das vollständig recycelbar ist. Die patentierte 3D-Drucktechnik ermöglicht individuelle Anpassungen an jeden Fuß. «Es ist nur die Software, die entscheidet, was aus dem Drucker rauskommt», erklärt Schmitt. Ob elegante Halbschuhe, Sneaker, Flip-Flops oder Stiefel – die Drucker können alles produzieren.
Prominente Fans und globale Expansion
Die Kundenliste liest sich wie ein Who's Who: Ex-Basketballstar Shaquille O'Neal bestellte rund 30 Paar in Größe 60, Justin Bieber trug die Schuhe öffentlich. «Das war schon verrückt, als Justin Bieber die Schuhe von uns getragen hat. Drake oder zum Beispiel Will.i.am wollten Schuhe von uns», sagt Schmitt. Inzwischen klopfen auch die Großen der Branche an: «Mittlerweile fragen die weltweit größten Schuhmarken bei uns an.»
In Austin produzieren bereits hunderte Drucker, Hamburg soll nun massiv ausgebaut werden. Das Ziel: Die Kosten pro Schuh um zehn bis 20 Euro senken. Schmitt will die Technologie demokratisieren: «Und auf einmal kann jeder einen Schuh machen. Und das ist ja auch die Energie, die wir in die Industrie geben wollen.»
Die Zukunft des Schuhs
Schmitt ist überzeugt: Perfekt passende, individuell gestaltete Schuhe auf Abruf werden den Markt umkrempeln. «Ich glaube deswegen, dass traditionell hergestellte Schuhe ein Ding der Vergangenheit sein werden.» Demnächst sollen orthopädisch angepasste Fußbetten folgen: «Auch orthopädisch angepasste Fußbetten werden bald kommen», verspricht er.
Die klassische Schuhindustrie sieht das gelassener. Torben Schütz, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Schuh- und Lederwarenindustrie, hält 3D-gedruckte Schuhe «aus unserer Sicht noch nicht ausgereift». Der Verband sehe keine Gefahr für die traditionelle Schuhproduktion, könne aber von Materialentwicklungen profitieren.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.
