Rund 200 bis 250 Fahrlehrer wollen am Donnerstagmorgen vor dem Potsdamer Landtag gegen Pläne von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) demonstrieren. Der Fahrlehrer-Verband Brandenburg kritisiert die geplante Reform der Führerschein-Ausbildung scharf – sie gefährde die Qualität der Ausbildung und die Verkehrssicherheit. «Wir sind mächtig auf den Barrikaden», sagte Verbandsvorsitzender Hendrik Schreiber.
Schnieders Reformpläne zielen darauf ab, die Kosten für den Führerschein zu senken. Derzeit kostet eine Fahrerlaubnis der Klasse B im Durchschnitt rund 3.400 Euro. Die Vorschläge des Ministers sehen vor: Eine Experimentierklausel soll es Eltern oder erfahrenen Personen ermöglichen, mit Fahrschülern zu üben. Der verpflichtende Präsenzunterricht soll wegfallen – stattdessen soll Wissen digital über Apps oder Lernplattformen vermittelt werden. Zudem sollen Fahrsimulatoren verstärkt zum Einsatz kommen und die Zahl der Pflichtfahrten bei Nacht, auf Autobahnen und Überlandstrecken reduziert werden.
Heftige Kritik der Fahrlehrer
Die Fahrlehrer warnen vor den Folgen. Die Experimentierklausel sei eine «Laienausbildung mit hohem Risiko», so Schreiber. Er stellte die Frage: «Würden wir Flugkapitäne oder Ärzte auch so ausbilden?» Werte und Einstellungen könnten nur durch direkten Kontakt vermittelt werden. Simulatoren und Lern-Apps könnten den Unterricht lediglich ergänzen, nicht ersetzen.
Der Verbandsvorsitzende befürchtet sogar, dass mehr digitales Lernen zu höheren Kosten führen könnte – weil in der Praxis dann mehr Erklärungsbedarf entstehe und damit mehr Fahrstunden nötig würden. Zudem ließen sich Sonderfahrten wie Überland-, Nacht- oder Autobahnfahrten nicht realistisch simulieren, besonders nicht Stresssituationen.
Hintergrund der Debatte
Die Preise für Fahrschulen und Führerscheingebühren sind 2024 um 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen, berichtete das Statistische Bundesamt im April 2025. Der ADAC begründet die höheren Kosten mit gestiegenen Fahrzeug-, Kraftstoff- und Personalkosten. Die Zahl der Fahrstunden hat zugenommen, bei manchen Fahrschülern zieht sich die Ausbildung mittlerweile über ein Jahr oder länger hin.
Schreiber zeigte sich grundsätzlich offen für Reformen. «Man kann Möglichkeiten suchen, den Führerschein preiswerter zu erlangen», sagte er. Allerdings müssten Politiker die Praktiker in die Reformarbeit einbeziehen. Bundesweit berichten Fahrschulen von sinkenden Anmeldezahlen – Interessenten warten offenbar auf niedrigere Preise. «Dann entsteht später wieder Stau, wenn alle auf einmal kommen», warnte Schreiber.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.











