Der Hamburger Konzern Hapag-Lloyd übernimmt die israelische Containerreederei ZIM für rund 4,2 Milliarden Dollar. Doch der Milliarden-Deal stößt auf massiven Widerstand: ZIM-Mitarbeiter traten in den Streik, die Stadtverwaltung von Haifa protestiert gegen den Verkauf. Die Übernahme braucht die Zustimmung des israelischen Staates – und genau die ist alles andere als sicher.
Hapag-Lloyd zahlt einen Aufschlag von 58 Prozent auf den Schlusskurs vom vorangegangenen Freitag. Der Deal würde das Unternehmen vom fünftgrößten Containerreeder der Welt näher an die Spitze heranführen. Mit über 400 Schiffen und einer Kapazität von mehr als drei Millionen Standardcontainern würde Hapag-Lloyd fast an die Größe der chinesischen Cosco heranreichen, die auf Platz vier liegt. ZIM belegt derzeit Rang zehn weltweit.
Hapag-Lloyd-Chef Rolf Habben Jansen rechnet mit jährlichen Synergien zwischen 300 und 500 Millionen Dollar. In einer Online-Pressekonferenz zeigte er sich optimistisch: «Die Chancen stehen gut, dass wir die Zustimmung bekommen.» Zum hohen Kaufpreis sagte er: «Aber wir glauben, dass die Prämie gerechtfertigt ist.»
Widerstand in Haifa
Die Nachricht löste in Israel heftige Reaktionen aus. ZIM-Mitarbeiter verließen geschlossen den Arbeitsplatz und traten in den Streik. Haifas Bürgermeister Jona Jahaw forderte die Regierung auf, die Transaktion zu stoppen. Er verwies auf die "strategische Bedeutung" von ZIM für Israels Wirtschaft und Sicherheit.
Habben Jansen bestätigte Kontakt zum Bürgermeister und Verständnis für die Sorgen der Belegschaft. Man arbeite daran, den Plan zu erklären, um mehr Verständnis zu schaffen.
Politische Brisanz
Die Übernahme trägt auch politische Sprengkraft. An Hapag-Lloyd sind Staatsfonds aus Katar und Saudi-Arabien mit jeweils mehr als zehn Prozent beteiligt. Die Stadt Hamburg hält fast 14 Prozent, die chilenische Reederei CSAV und der Hamburger Milliardär Klaus-Michael Kühne jeweils 30 Prozent.
Eine Lösung für die staatlichen Sonderrechte Israels an ZIM ist bereits geplant: Eine Gesellschaft unter Kontrolle des israelischen Finanzinvestors Fimi Opportunity Funds soll die Verpflichtungen übernehmen. Zwölf Schiffe von Hapag-Lloyd oder ZIM sollen in diese Gesellschaft übertragen werden.
Erst vor rund zwei Wochen hatte Hapag-Lloyd die Route durch das Rote Meer und den Suezkanal wieder aufgenommen. Die meisten Wettbewerber hatten diese Strecke etwa zwei Jahre lang gemieden – wegen Angriffen jemenitischer Huthi-Rebellen auf Frachter mit Israel-Bezug als Reaktion auf den Gaza-Krieg.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.







