Die Europäische Agentur für Grundrechte (FRA) hat am Dienstag einen alarmierenden Befund veröffentlicht: Datenlücken und unterschiedliche Erfassungsmethoden in den EU-Mitgliedstaaten verzerren die Statistiken zu antisemitischen Vorfällen massiv – und behindern damit den Kampf gegen Judenhass in Europa. Die Agentur fordert standardisierte Richtlinien und engere Zusammenarbeit.
Das Problem ist gravierend: EU-Staaten klassifizieren und zählen gemeldete Antisemitismus-Fälle unterschiedlich. Diese unterschiedlichen Methoden machen Vergleiche unmöglich und verschleiern das tatsächliche Ausmaß des Problems. Die FRA stellt in ihrem Bericht fest: «Das Fehlen verlässlicher und vergleichbarer Daten untergräbt weiterhin die Bemühungen, Antisemitismus entgegenzuwirken.»
Der aktuelle Bericht umfasst alle 27 EU-Mitgliedstaaten sowie die Beitrittskandidaten Albanien, Nordmazedonien und Serbien.
Eine Online-Umfrage zwischen Januar und Juni 2023 hatte bereits erschreckende Zahlen geliefert: 96 Prozent der befragten europäischen Juden erlebten im vorangegangenen Jahr mindestens eine Form von Antisemitismus.
Forderung nach einheitlichen Standards
FRA-Direktorin Sirpa Rautio macht die Dringlichkeit deutlich: «Juden in ganz Europa sind nach wie vor mit anhaltendem Antisemitismus konfrontiert.» Sie betont, dass abgestimmte Anstrengungen erforderlich sind, die sich auf solide Daten stützen, die das gesamte Ausmaß des Antisemitismus in Europa erfassen.
Die Agentur verlangt konkrete Maßnahmen: Richtlinien und Schulungen für Polizeikräfte, um antisemitische Motive zu erkennen. Zudem braucht es stärkere Kooperation mit der Zivilgesellschaft, um die Dunkelziffer nicht gemeldeter Fälle zu senken. Nur so zieht Europa Täter zur Verantwortung, betont Rautio: «Nur dann können wir Täter zur Rechenschaft ziehen, Gerechtigkeit für Opfer schaffen und ein Europa fördern, wo Juden frei und offen leben können.»
Wachsendes Problem seit 2024
Ein früherer FRA-Bericht aus dem Jahr 2024 hatte bereits von einer «zunehmenden Welle an Antisemitismus» gesprochen. Die jüdische Gemeinschaft in Europa sehe sich wachsenden Bedrohungen ausgesetzt, wobei der Nahostkonflikt Fortschritte im Kampf gegen Antisemitismus «untergrabe».
Bereits 2022 hatten 15 EU-Staaten – darunter Deutschland, Frankreich und Spanien – eine Deklaration unterzeichnet. Ziel war die Schaffung einer gemeinsamen Methodik zur Quantifizierung und Qualifizierung antisemitischer Vorfälle. Die aktuellen Befunde zeigen: Die Umsetzung lässt weiter auf sich warten.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.







