Die syrische Armee hat die Kontrolle über Aleppo verkündet – kurdische Kämpfer widersprechen vehement. Nach tagelangen schweren Gefechten im kurdisch dominierten Viertel Scheich Maksud eskaliert der Konflikt weiter. Es sind die schwersten Kämpfe seit dem Sturz von Machthaber Baschar al-Assad im Dezember 2024.
Die Lage bleibt unklar. Während die Truppen von Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa am Samstag beendeten ihre Militäroperation in Scheich Maksud verkündeten, meldeten kurdische Kämpfer anhaltende Straßenkämpfe. Die kurdisch dominierte Miliz SDF bezeichnete laut Medienberichten die Armeeangaben als «falsch und irreführend». Reporter der Nachrichtenagentur AFP hörten weiterhin Schusswechsel in dem Viertel.
Die Kämpfe zwischen syrischen Regierungstruppen und kurdischen Einheiten brachen am Dienstag in den Vierteln Scheich Maksud, Aschrafije und Bani Zaid aus. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte starben mindestens 62 Menschen, darunter 27 Zivilisten. Die Situation habe «drastisch eskaliert», sagte der Leiter der Organisation der Deutschen Presse-Agentur.
Mehr als 140.000 Menschen sind auf der Flucht. Der arabische Sender Al-Dschasira berichtet von 162.000 Vertriebenen. Hunderte warten an den Eingängen zum Viertel Scheich Maksud darauf, in ihre Häuser zurückkehren zu können.
Gescheiterte Waffenruhe und Drohnenangriffe
Eine kurze Waffenruhe in der Nacht zum Freitag scheiterte nach wenigen Stunden. Die syrische Armee erklärte Scheich Maksud seit Freitagabend zur militärischen Sperrzone und startete eine «Räumungsoperation». Kurdische Kämpfer weigerten sich, ihre Positionen aufzugeben.
Drohnenangriffe verschärften die Lage zusätzlich. Am Samstag schlug eine Drohne im Regierungsgebäude von Aleppo ein. Der internationale Flughafen Aleppo stellte den zivilen Flugverkehr bis auf Weiteres ein. Beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig, Zivilisten, Krankenhäuser und Rettungskräfte anzugreifen.
Hintergrund des Konflikts
Die Kämpfe wurzeln in einem gescheiterten Abkommen vom März. Damals vereinbarten die Regierung von Ahmed al-Scharaa und die kurdisch dominierte SDF, die kurdische Miliz in die syrische Armee zu integrieren. Die Umsetzung scheiterte an der Frage, ob die SDF als geschlossene Einheit oder nur ihre einzelnen Mitglieder integriert werden sollen.
Die SDF kontrolliert weite Teile Nordost-Syriens und war jahrelang wichtigster Partner der USA im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat. In Aleppo beschränkt sich kurdischer Einfluss auf Viertel, in denen die kurdische Minderheit überwiegend lebt. Seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs 2011 halten kurdische Kräfte Teile der Stadt.
Internationale Appelle
US-Sonderbeauftragter Tom Barrack rief am Samstag in Damaskus alle Parteien zu maximaler Zurückhaltung auf. Auf der Plattform X schrieb er: «Wir fordern alle Parteien auf, maximale Zurückhaltung zu üben, die Feindseligkeiten sofort einzustellen und zum Dialog zurückzukehren». Die Gewalt riskiere, den Fortschritt seit dem Fall des Assad-Regimes zu untergraben.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen besuchte am Freitag gemeinsam mit EU-Ratspräsident António Costa Damaskus. Sie äußerte die Hoffnung, dass Hunderttausende syrische Flüchtlinge in der EU in ihre Heimat zurückkehren könnten. Die jüngsten Entwicklungen in Aleppo dürften jedoch Zweifel an dieser Aussicht wecken. Die EU versprach ein Millionenpaket für Syrien.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.








