Die Bundeswehr hat diese Woche die ersten Fragebögen für ein neues Wehrdienstmodell verschickt. Rund 5000 junge Menschen des Jahrgangs 2008, die Anfang Januar volljährig wurden, erhielten Post von den Streitkräften. Das Verfahren soll schrittweise ausgeweitet werden – wöchentlich gehen etwa 12.500 weitere Briefe raus. Für Männer ist die Beantwortung verpflichtend, für Frauen freiwillig. Ziel ist es, die Personallücke der Bundeswehr zu schließen und bis 2035 von derzeit 184.000 auf 260.000 aktive Soldaten aufzustocken.
Die Fragebögen, die über einen QR-Code aufrufbar sind, erfassen persönliche Angaben, Bildungshintergrund und eine Selbsteinschätzung zur körperlichen Fitness. Die Skala reicht von sehr guter Fitness mit fast täglicher sportlicher Aktivität bis hin zu geringer Fitness mit Vermeidung von Sport. Ein Mindestmaß an körperlicher Fitness sei für die Soldatenausbildung erforderlich, heißt es. Das Interesse am Soldatenberuf wird auf einer Skala von null bis zehn abgefragt – von kein Interesse bis zum Wunsch, unbedingt Soldat oder Soldatin zu werden.
Männer müssen den Fragebogen innerhalb eines Monats zurücksenden. Wer das versäumt oder falsche Angaben macht, begeht eine Ordnungswidrigkeit und riskiert ein Bußgeld von bis zu 1000 Euro. Selbst wer einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung stellt, muss den Fragebogen ausfüllen. Wer Interesse bekundet, wird zu einem Beratungsgespräch eingeladen. Anschließend folgt für alle Männer eine verpflichtende Musterung – vorrangig werden jedoch diejenigen gemustert, die Bereitschaft signalisiert haben und geeignet erscheinen.
Attraktive Konditionen als Anreiz
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) setzt auf die Attraktivität des freiwilligen Dienstes. Der Mindestdienst beträgt sechs Monate, möglich ist auch eine Verpflichtung von mehr als sechs Jahren. Das monatliche Bruttogehalt liegt bei 2600 bis 2650 Euro, bei einer Verpflichtung von mindestens einem Jahr werden 2700 Euro gezahlt – inklusive Unterkunft. Wer sich für zwölf Monate oder länger verpflichtet, erhält zudem einen Führerscheinzuschuss von bis zu 3500 Euro für den Pkw oder bis zu 5000 Euro für den Lkw.
Im Fragebogen können Interessierte Präferenzen für verschiedene Bereiche angeben: Heer, Luftwaffe, Marine, Cyber- und Informationsraum oder den Unterstützungsbereich mit Sanitätsdienst, Militärpolizei oder Logistik. Wer schnellstmöglich einsteigen möchte, kann dies ebenfalls angeben.
Politische Weichenstellung bis 2027
Kanzler Friedrich Merz (CDU) plant, spätestens im Jahr 2027 die Erfolge des freiwilligen Modells zu überprüfen. Sollte das Ziel von 260.000 aktiven Soldaten bis 2035 nicht erreichbar sein, könnte eine Bedarfswehrpflicht eingeführt werden – das bleibt eine politische Entscheidung, die eine neue Gesetzgebung erfordert. Die allgemeine Wehrpflicht ist in Deutschland seit 2011 ausgesetzt. Das geltende Gesetz sieht keine Rückkehr zur allgemeinen Wehrpflicht vor, erlaubt jedoch eine Bedarfswehrpflicht, falls die Personalziele durch Freiwillige nicht erreicht werden. Für ältere Jahrgänge sind derzeit keine Fragebögen geplant – der Jahrgang 2009 wird erst 2027 angeschrieben.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.
