Deutschland und die EU-Kommission haben sich auf Eckpunkte für eine Kraftwerksstrategie geeinigt. Der Plan sieht den staatlich geförderten Bau neuer Gaskraftwerke vor, die die Stromversorgung nach dem geplanten Kohleausstieg 2038 sichern sollen. Die Anlagen müssen wasserstofffähig sein und spätestens 2045 auf Wasserstoff umgestellt werden.
Noch in diesem Jahr soll eine erste Ausschreibung für zwölf Gigawatt neue steuerbare Kapazitäten starten. Zehn Gigawatt davon sind für Gaskraftwerke vorgesehen. Die neuen Anlagen sollen bis spätestens 2031 ans Netz gehen. Ein typisches modernes Gaskraftwerk hat eine Leistung von 500 bis 800 Megawatt.
Versorgungslücke droht
Die Strategie reagiert auf wachsende Sorgen um die Versorgungssicherheit. Nach dem Atomausstieg und dem geplanten Kohleausstieg verliert Deutschland erhebliche gesicherte Kraftwerkskapazitäten. Gleichzeitig steigt der Anteil volatiler erneuerbarer Energien. Besonders in sogenannten Dunkelflauten - Phasen ohne Sonne und Wind - drohen Engpässe.
Kerstin Andreae, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft, warnte: «Nahezu alle Modellierungen bis hin zum Versorgungssicherheitsbericht der Bundesnetzagentur sagen voraus, dass Deutschland droht, in den kommenden Jahren bei Beibehaltung der aktuellen regulatorischen Vorgaben in eine Versorgungslücke hineinzulaufen, wenn wir keine steuerbaren Kapazitäten zubauen.» Der Ausbau sei "besonders dringlich".
Industrie fordert mehr Kapazität
Wirtschaftsverbände unterstützen die Pläne grundsätzlich. Holger Lösch, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie, erklärte: «Der Bau neuer Gaskraftwerke ist durch den steigenden Anteil erneuerbarer Energien an unserem Strommix unerlässlich, um auch in sogenannten Dunkelflauten die Versorgungssicherheit in Deutschland aufrechtzuerhalten und extreme Preisspitzen zu vermeiden.»
Timm Kehler, Vorstand des Verbands Gas- und Wasserstoffwirtschaft, mahnte jedoch: «Nach Atomausstieg und Kohleausstieg brauchen wir bis 2035 noch deutlich mehr gesicherte Leistung, um Dunkelflauten abzusichern.» Die geplante Kapazität reiche nicht aus. «Ohne neue regelbare Kraftwerke wird Strom in Deutschland knapper und damit teurer», warnte er.
Kritik an Kosten und Klimafolgen
Die Deutsche Umwelthilfe sieht Gaskraftwerke nur als letztes Mittel. Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner verwies auf Alternativen: «Der weitere und regional gesteuerte Ausbau der erneuerbaren Energien, der Ausbau von Übertragungs- und Verteilnetzen, die bessere Vernetzung mit europäischen Nachbarn, der Anschluss von (Batterie-)Speichern sowie die Flexibilisierung der Nachfrage.»
Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung bezweifelt die Notwendigkeit grundsätzlich. «Ein großflächiger Neubau würde neue fossile Abhängigkeiten schaffen und ist klimapolitisch wie ökonomisch problematisch», argumentierte sie.
Helena Melnikov, Hauptgeschäftsführerin der Deutschen Industrie- und Handelskammer, kritisierte vor allem die staatliche Förderung. «Durch Subventionen für neue Gaskraftwerke legt sich Deutschland für viele Jahre auf eine bestimmte und teure Technologie fest», sagte sie. Die Kosten würden auf Stromverbraucher umgelegt: «Hier geht es nicht um ein paar Euro mehr auf der Stromrechnung, sondern in Summe um mindestens fünf Milliarden Euro im Jahr.» Sie plädierte für marktbasierte Instrumente statt Subventionen.
Energiekonzerne zeigen Interesse
Große Energieunternehmen haben bereits Investitionsbereitschaft signalisiert. RWE-Finanzvorstand Michael Müller sprach von insgesamt drei Gigawatt neuer flexibler Kraftwerkskapazität, die der Konzern bauen könnte. RWE plant Kraftwerke an drei Standorten in Nordrhein-Westfalen.
Uniper will rund zwei Gigawatt wasserstofffähige Kraftwerke beisteuern. Uniper-Chef Michael Lewis nannte die Eckpunkte «einen dringend notwendigen Schritt, die Energiewende in Deutschland kosteneffizient und pragmatisch zu gestalten.» Auch die Steag Iqony Group will sich mit bis zu zwei Gigawatt an Ausschreibungen beteiligen.
Die EU-Kommission muss die deutschen Pläne noch final genehmigen. Ab 2032 ist ein technologieoffener Kapazitätsmarkt geplant.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.

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