Deutschland hat sein Klimaziel für 2025 erreicht, verliert aber deutlich an Tempo beim Klimaschutz. Die Treibhausgasemissionen sanken im vergangenen Jahr nur um 1,5 Prozent – weniger als halb so stark wie 2024. Das geht aus einer Studie der Denkfabrik Agora Energiewende hervor.
«Deutschland verliert Tempo beim Klimaschutz», warnte Julia Bläsius, Direktorin von Agora Energiewende. Die Entwicklung gefährdet das deutsche Klimaziel für 2030: eine Reduktion klimaschädlicher Gase um 65 Prozent gegenüber 1990.
Deutschland stieß 2025 insgesamt 640 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente aus. Das sind zwar 49 Prozent weniger als 1990, aber die Zielmarke erfordert drastisch höhere Einsparungen: Ab 2026 müssen jährlich durchschnittlich 36 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden – viermal so viel wie im vergangenen Jahr.
Verkehr und Gebäude verschlechtern Bilanz
Besonders problematisch entwickelten sich der Verkehrs- und Gebäudesektor. Die Emissionen stiegen in beiden Bereichen 2025 an: Im Gebäudesektor um 3,2 Prozent, im Verkehr um 1,4 Prozent.
Im Gebäudesektor lag der Anstieg am kalten Jahresbeginn, der zu höherem Öl- und Gasverbrauch beim Heizen führte. Im Verkehr nahm der Kraftstoffverbrauch leicht zu. Bläsius betonte: «Auch wenn die erneuerbaren Energien wie erwartet weiter zulegen, wird das auf Dauer nicht die Rückstände bei Verkehr und Gebäuden ausgleichen können.»
Rekordausbau bei Solar – erste Erfolge bei Wärmepumpen
Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien stieg um rund zwei Prozent. Besonders die Solarenergie erlebte einen Rekordausbau: 17,5 Gigawatt neue Kapazität wurden installiert. Photovoltaik wurde erstmals zur zweitwichtigsten Stromquelle in Deutschland – vor Gas und Kohle.
Bei der Windkraft kamen 4,5 Gigawatt neue Onshore-Kapazität hinzu. Agora führt die Beschleunigung auf «verkürzte Genehmigungsverfahren und deutlich mehr ausgewiesene Flächen» zurück.
Im Gebäudesektor gab es erste Lichtblicke: Rund 300.000 Wärmepumpen wurden verkauft – erstmals mehr als Gasheizungen. Der Anteil von E-Autos bei Neuzulassungen stieg auf knapp ein Fünftel.
Hohe Investitionskosten bremsen Umstieg
Hohe Investitionskosten bleiben ein zentrales Hindernis für den Umstieg auf klimafreundliche Technologien. Bei kleineren Fahrzeugen sind Verbrenner oft die günstigere Wahl. Ähnlich verhält es sich bei Heizungen.
Die schwache Wirtschaftslage trug erheblich zum Emissionsrückgang bei: Energieintensive Industrien produzierten weniger. Die exportorientierte deutsche Wirtschaft litt unter US- und China-Handelspolitik.
Deutschland drohen Strafzahlungen von 34 Milliarden Euro
Die Berechnungen von Agora zeigen: Deutschland wird die europäischen Klimaschutzziele voraussichtlich um rund 30 Millionen Tonnen CO2 verfehlen. Die Bundesregierung müsste dann bis 2030 CO2-Emissionsrechte von anderen Staaten kaufen – Kosten von bis zu 34 Milliarden Euro.
Michael Kellner, energiepolitischer Sprecher der Grünen, kritisierte die schwarz-rote Bundesregierung gegenüber Reuters: «Unter Habeck kamen Klimaschutz und Energiewende voran. Doch statt den Schwung zu nutzen, bremst die Regierung ab.» Er betonte: «Gerade in Zeiten, wo wieder Konflikte um Öl geführt werden, ist der Ausstieg aus Öl und Gas in unserem eigenen Interesse.»
Die Bundesregierung arbeitet derzeit an neuen Regelungen zur Förderung privater E-Auto-Käufe und diskutiert über eine Reform des Gebäudeenergiegesetzes. Die CDU will die 65-Prozent-Anforderung für erneuerbare Energien bei neuen Heizungen ändern, die SPD besteht auf deren Beibehaltung.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.




