Deutschland trauert um Rita Süssmuth - Vorkämpferin für Frauenrechte ist tot

upday.com 2 godzin temu
Die frühere Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth bei einem CDU-Parteitag (Symbolbild) (Photo by Sean Gallup/Getty Images) Getty Images

Die frühere Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Die CDU-Politikerin prägte die deutsche Politik über Jahrzehnte als Vorkämpferin für Gleichberechtigung und Frauenrechte – und galt in ihrer eigenen Partei oft als unbequem.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte Süssmuth in einem Kondolenzschreiben an ihre Tochter. «Rita Süssmuth ist stets vorweg gegangen, war Vordenkerin, Vorkämpferin und Vorbild, insbesondere auch für viele Frauen», teilte das Bundespräsidialamt mit. Sie sei eine große Frau und leidenschaftliche Streiterin für Demokratie gewesen.

Auch aus der Politik kamen zahlreiche Reaktionen. Merz erklärte in einer Mitteilung: «Rita Süssmuth hat sich lebenslang für Deutschland engagiert.» Für eine moderne und offene Gesellschaft habe sie beispielhaft gekämpft und Maßstäbe für Toleranz und Weltoffenheit gesetzt.

Würdigungen über Parteigrenzen hinweg

Bärbel Bas (SPD) hob Süssmuths Rolle als Wegbereiterin hervor: «Damit war sie Vorbild, Wegbereiterin und Ermutigung über Parteigrenzen hinweg und hinterlässt eine große Lücke.» SPD-Fraktionschef Matthias Miersch nannte sie eine herausragende Demokratin.

Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann betonte: «Sie war eine so aufrechte Demokratin und Parlamentarierin mit großer Leidenschaft. Zeit ihres Lebens hat sie sich stark gemacht für die Rechte von Frauen, für Gleichberechtigung und Parität.»

Niedersachsens CDU-Chef Sebastian Lechner würdigte Süssmuth als prägende Stimme der Einheit und der Frauenpolitik. «Deutschland verliere eine große Demokratin, eine leidenschaftliche Streiterin für Gleichberechtigung und eine Politikerin, die unser Land in einer seiner prägendsten Phasen mit klarem Kompass begleitet habe», erklärte er.

Politische Karriere und Vermächtnis

Süssmuth war von 1988 bis 1998 Bundestagspräsidentin und damit die zweite Frau in diesem Amt. Zuvor hatte sie von 1985 bis 1988 das Ministerium für Jugend, Familie und Gesundheit geleitet. Dem Bundestag gehörte sie von 1987 bis 2002 an.

Die in Wuppertal geborene Professorin für Erziehungswissenschaften vertrat dreimal hintereinander den Wahlkreis Göttingen direkt. Zuletzt zog sie 1998 über die CDU-Landesliste Niedersachsen in den Bundestag ein.

Süssmuth setzte sich zeitlebens für die Gleichstellung von Frauen in der Politik ein. Sie initiierte die Bewegung "Parität jetzt!" und kämpfte auch nach ihrem Ausscheiden aus der aktiven Politik 2002 weiter für eine Quote. Der Frauenanteil im Bundestag liegt aktuell bei 32,4 Prozent – nach 35 Prozent in der vorigen Wahlperiode.

Kontroverse Positionen in der CDU

Mit ihren fortschrittlichen Ansichten zu Familien- und Frauenpolitik lag Süssmuth oft quer zu weiten Teilen der CDU. Nach Helmut Kohls Kanzlerschaft leitete sie 2000 auf Wunsch von SPD-Kanzler Gerhard Schröder die Kommission Zuwanderung. Deren Bericht stellte 2001 fest: «Deutschland braucht Zuwandererinnen und Zuwanderer.» In der Union galt das als Affront – die Union erklärte die Ergebnisse für nicht zustimmungsfähig.

Vor drei Jahren machte Süssmuth öffentlich, dass sie an unheilbarem Brustkrebs erkrankt war. In einem Interview mit FOCUS sagte die damals 87-Jährige: «Ich spüre selbst im Alter ständig neue Möglichkeiten.» Über ihre Krankheit wollte sie nicht viel sprechen.

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.

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