E-Autos in Deutschland 47 Prozent teurer als in China

upday.com 1 dzień temu
Elektroautos kosten in Deutschland 47 Prozent mehr als in China (Symbolbild - KI-generiert) Upday Stock Images

Autokäufer in Deutschland zahlen für Elektroautos im Schnitt 47 Prozent mehr als Kunden in China. Das zeigt eine aktuelle Studie des privaten Instituts Center Automotive Research (CAR), die 30 wichtige E-Modelle verglich. Besonders drastisch fällt der Preisunterschied bei chinesischen Herstellern aus: Der Anbieter BYD verlangt in Deutschland mehr als den doppelten Preis – ein Aufschlag von 118 Prozent.

Auch etablierte Marken sind in Deutschland deutlich teurer. Tesla-Modelle kosten hierzulande 23 Prozent mehr als in China, europäische E-Autos im Schnitt 28 Prozent. Die 13 untersuchten chinesischen Modelle liegen in ihrem Heimatmarkt bei einem durchschnittlichen Nettolistenpreis von knapp 15.000 Euro.

Preise werden mittelfristig fallen

CAR-Direktor Ferdinand Dudenhöffer rechnet trotz der aktuellen Unterschiede mit sinkenden Preisen in Europa. «Preisschranken lassen sich mittelfristig nicht aufrechterhalten. Der große Exportdruck nagt in den nächsten drei Jahren an den Preisen und Rabatten. Die Preise der Elektroautos werden in den nächsten Jahren weiter nachgeben», prognostiziert der Autoexperte.

Bislang verhindern EU-Zölle und die hohen Vertriebskosten für weniger etablierte chinesische Marken, dass deutsche Autokäufer unmittelbar von den Preisunterschieden profitieren. Chinesische Hersteller wie BYD bauen jedoch massiv Produktionskapazitäten aus und erhöhen den Verkaufs- und Preisdruck.

Deutsche Händler warnen vor weiteren Preissteigerungen

Während Experten langfristig sinkende E-Auto-Preise erwarten, rechnen VW- und Audi-Händler kurzfristig mit weiter steigenden Listenpreisen. Alexander Sauer-Wagner, Vorsitzender des VW- und Audi-Partnerverbands, sagte dem Handelsblatt: «Wir sehen zunehmenden Preisdruck, gleichzeitig steigen die Kosten.» Die Händler kämpften mit höheren Zinsen, Energie- und Personalkosten sowie zunehmender Bürokratie.

«Wir arbeiten heute mehr, dokumentieren mehr, berichten mehr - aber am Ende bleibt weniger hängen», so Sauer-Wagner weiter. Besonders im Premium-Segment von Audi sei eine deutliche Kaufzurückhaltung zu beobachten. Die Listenpreise würden «in der Tendenz deshalb eher steigen».

Für den Verkauf von E-Autos sieht der Händlerverband Potenzial, wenn die monatlichen Leasingraten unter das Niveau vergleichbarer Verbrenner fallen. «Elektromobilität läuft heute fast ausschließlich über Leasing. Wenn wir mit der Rate unter das Niveau eines vergleichbaren Verbrenners kommen, funktioniert der Verkauf», erklärte Sauer-Wagner dem Handelsblatt.

Diesel bleibt für deutsche Hersteller wichtig

Parallel zum E-Auto-Preiskampf setzen deutsche Premium-Hersteller weiterhin stark auf Dieselmotoren – zehn Jahre nach dem Dieselskandal. Audi, BMW und Mercedes vereinen 44 Prozent des europäischen Diesel-Marktes auf sich. Zusammen mit Volkswagen und Skoda kommen die deutschen Marken auf 74 Prozent Marktanteil.

Der Dieselanteil in Europa ist dabei auf unter zehn Prozent der Neuzulassungen in den ersten neun Monaten 2025 gefallen. Noch 2020 lag der Anteil bei fast 27 Prozent. Dennoch entwickeln die Hersteller weiter neue Dieselmotoren, vor allem für teure Limousinen und SUVs. Bei Mercedes liegt der Diesel-Anteil beim GLS bei 68 Prozent, bei der S-Klasse bei 45 Prozent.

Simon Schnurrer, Partner bei der Unternehmensberatung Oliver Wyman, sieht darin keine langfristige Strategie: «Der Diesel ist im Pkw-Bereich kein strategisches Zukunftsmodell, sondern eine taktische Maßnahme für einige Jahre, um den Absatz hochzuhalten.» Er warnt: «Das Festhalten am Diesel wird zum echten Problem, wenn Pkw-Hersteller davon abgelenkt werden, wettbewerbsfähige Elektrofahrzeuge zu entwickeln.»

Strategie für China entscheidend

Für die Zukunft der deutschen Hersteller wird die Positionierung im chinesischen Markt entscheidend. Dudenhöffer rät: «Wenn die deutschen Autobauer ihre schlechte Position im 10-Millionen-Produktionsstandort für Elektroautos verbessern wollen, brauchen sie eine klare, disruptive Kostenstrategie.»

Volkswagen und Audi verfolgen bereits einen neuen Ansatz: Die für China bestimmten Modelle der Unyx-Reihe werden direkt vor Ort entwickelt und gebaut. Experten gehen davon aus, dass die in Wolfsburg entwickelten ID-Modelle mittelfristig vom chinesischen Markt verschwinden werden. Mercedes-Benz setzt seine Hoffnungen auf das neu lancierte CLA-Modell, nachdem die Marke bis Oktober nur knapp über 8.000 E-Autos in China verkauft hat.

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.

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