Fast sechs von zehn Bundesbürgern haben noch nie Online-Dienste von Behörden genutzt. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Vergleichsportals Verivox unter 1.023 Personen im Alter von 18 bis 79 Jahren. Selbst bei den 40 Prozent, die digitale Verwaltungsangebote bereits ausprobiert haben, war der Prozess nur selten komplett online: Lediglich 15 Prozent konnten ihr Anliegen vollständig digital erledigen.
Die Digitalisierung der Verwaltung kommt nur schleppend voran. Nach Angaben von Verivox funktionieren fast zwei Drittel der Dienste des Onlinezugangsgesetzes (OZG) – konkret 364 Leistungen – weiterhin nicht digital. Im Dezember waren nur 110 Dienste vollständig digital verfügbar. Weitere 102 Dienste funktionieren teilweise online.
Verivox-Experte Jörg Schamberg kritisiert das Tempo scharf: «Das Digitalisierungsvorhaben geht ins zehnte Jahr und der Berg an offenen Aufgaben ist weiterhin riesig.» Behörden digitalisierten im vergangenen Jahr lediglich neun Leistungen. «Das ist viel zu wenig», so Schamberg.
Er sieht darin ein grundsätzliches Problem: «Die Erfahrungen der Verbraucherinnen und Verbraucher zeigen das Hauptproblem der schleppenden Digitalisierung auf.» Ein kompletter Verwaltungsvorgang finde immer noch viel zu selten von A bis Z im digitalen Raum statt.
Gründe für die Zurückhaltung
Bei den Befragten, die noch nie Online-Behördendienste genutzt haben (59 Prozent), sind die Gründe vielfältig. 39 Prozent gaben an, dass entsprechende Angebote schlicht nicht verfügbar seien. 22 Prozent schätzen den persönlichen Kontakt im Amt. 13 Prozent wussten nicht, wie der Online-Prozess funktioniert.
Zwölf Prozent wollten generell nicht mehr Dinge digital erledigen. Elf Prozent äußerten Bedenken beim Datenschutz. Befragte konnten mehrere Antworten geben.
Neue Digitalisierungsoffensive
Die schwarz-rote Bundesregierung hat die Digitalisierung der Verwaltung zum Ziel erklärt und dafür ein eigenes Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung geschaffen. Ein zentraler Baustein: die digitale Brieftasche «Wallet», die am 2. Januar 2027 startet.
Damit können Bürger ihren Personalausweis künftig auf dem Smartphone speichern und sich online ausweisen. Das OZG verpflichtet Bund, Länder und Kommunen, Hunderte Verwaltungsleistungen digital anzubieten – von der Ummeldung über die Ausweisverlängerung bis zu Anträgen auf Geburtsurkunden oder polizeiliche Führungszeugnisse.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.



