Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat am Dienstagmittag bei einer Pressekonferenz in Kloster Banz angekündigt, dass in Gundremmingen Deutschlands erster Kernfusionsreaktor entstehen soll. Das Projekt wird seit über zwei Jahren hinter den Kulissen entwickelt und ist Teil der Energiestrategie der Bundesregierung. Doch die geplanten Milliarden-Investitionen hängen derzeit in der Schwebe: Die Mittel aus einem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz sind blockiert. Der Haushaltsausschuss des Bundestags soll bis spätestens Freitag über die Freigabe entscheiden.
Die Technologie gilt als Zukunftshoffnung für die Energieversorgung. Bei der Kernfusion wird Wasserstoff kontrolliert zu Helium verschmolzen, um Energie zu erzeugen. Für das weltweit erste Fusionskraftwerk plant die Bundesregierung Investitionen von insgesamt 3,5 Milliarden Euro. Allein für dieses Jahr hat das Forschungsministerium 50 Millionen Euro für Forschungsinfrastruktur und Demonstratoren beantragt, weitere 110 Millionen Euro sollen bis 2029 folgen.
Blockade im Haushaltsausschuss
Die Freigabe der Gelder stockt, weil der Haushaltsausschuss des Bundestags den Konzepten des Forschungsministeriums unter Leitung von Dorothee Bär (CSU) bisher nicht zugestimmt hat. Das Ministerium hatte bereits im November erste Konzepte eingereicht, die im Dezember überarbeitet wurden. Doch die Haushaltspolitiker blieben unzufrieden – das überarbeitete Papier erreichte sie erst einen Tag vor der Sitzung.
SPD-Haushaltspolitikerin Svenja Schulze zeigt sich grundsätzlich positiv, fordert aber detailliertere Informationen. Skepsis löste auch Markus Söders Wunsch aus, die Gelder nach Bayern zu holen. Paula Piechotta von den Grünen kritisiert den Umgang des Ministeriums mit dem Sondervermögen. CDU/CSU-Haushaltspolitiker Florian Oßner, der für den Sonderfonds zuständig ist, gibt sich zuversichtlich: Er rechnet mit einer Einigung in dieser Woche.
Reaktionen aus der Region
Die Ankündigung hat in Bayern große Wellen geschlagen. Die CSU-Landtagsabgeordnete Jenny Schack, Landrat Hans Reichhart und Bürgermeister Tobias Bühler sprachen von «der neuen Ära der Energieversorgung» in der Region. Sie führten das Projekt auf viele Gespräche und Überzeugungsarbeit zurück. Demonstrator-Reaktoren sind bis 2035 anvisiert – dem Jahr, in dem das Sondervermögen ausläuft.
Weitere Hightech-Projekte betroffen
Neben dem Fusionsreaktor warten weitere Großprojekte auf Finanzierung aus dem Sondervermögen. Forschungsministerin Bär hat 805 Millionen Euro für eine Gigafactory für Künstliche Intelligenz beantragt, 115 Millionen Euro stehen bis 2029 für Hightech-Regionen bereit. Auch 100 Millionen Euro für eine Hyperloop-Referenzstrecke sind eingeplant. Für Universitätsrenovierungen will der Bund viermal 60 Millionen Euro aus dem Sondervermögen beisteuern – bei einem geschätzten Sanierungsstau von 90 Milliarden Euro.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.





