Gefühlte 15 Prozent, echte 2,2: Warum Deutsche die Inflation überschätzen

upday.com 6 dni temu
Das Leben in Deutschland ist seit dem russischen Überfall auf die Ukraine deutlich teurer geworden. (Symbolbild) Jan Woitas/dpa

Die Inflation in Deutschland bleibt hartnäckiger als erhofft. Mit 2,3 Prozent im November liegt die Teuerungsrate weiterhin über der psychologisch wichtigen Marke von zwei Prozent – und sinkt deutlich langsamer als von Ökonomen erwartet. Besonders Dienstleistungen treiben die Preise nach oben, während Lebensmittel seit 2019 um mehr als ein Drittel teurer geworden sind.

Bundesbank-Präsident Joachim Nagel mahnte: «Der Rückgang der Inflationsrate in Deutschland verläuft etwas zäher als gedacht.» Als Gründe nannte er das Lohnwachstum und weniger stark sinkende Energiepreise. Vor allem im Dienstleistungssektor sorgen Personalmangel und Lohnsteigerungen für anhaltenden Preisdruck.

Die Inflationswelle hatte 2022 mit dem russischen Überfall auf die Ukraine begonnen. Damals schnellte die Teuerungsrate auf 6,9 Prozent, 2023 waren es noch 5,9 Prozent. Im Jahr 2024 normalisierte sich die Lage auf 2,2 Prozent – doch die erhoffte Rückkehr zur Zwei-Prozent-Marke lässt weiter auf sich warten.

Lebensmittelpreise: Extreme Ausschläge

Bei einzelnen Produkten zeigen sich drastische Preissprünge. Die Preise für Sauerkirschen stiegen binnen Jahresfrist um fast 50 Prozent – Folge schlechter Ernten. Schokolade kostete über ein Viertel mehr, Bohnenkaffee und Rinderhack legten um mehr als 22 Prozent zu.

Bei anderen Lebensmitteln sanken die Preise deutlich: Der Butterpreis fiel innerhalb eines Jahres um über ein Fünftel, ebenso Weintrauben. Olivenöl sank zwischen November 2024 und November 2025 um über 17 Prozent, Kartoffeln um rund 16 Prozent.

Wahrnehmung weicht stark von Realität ab

Eine Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft offenbart eine dramatische Fehleinschätzung: Die Befragten schätzten die Inflation 2024 auf 15,3 Prozent – etwa siebenmal höher als die tatsächlichen 2,2 Prozent. Diese Diskrepanz erklärt sich vor allem durch die deutlich gestiegenen Lebensmittelpreise, die im Alltag besonders auffallen.

Das Ifo-Institut prognostiziert für dieses Jahr eine Inflationsrate von 2,2 Prozent, für 2027 sogar 2,3 Prozent. Die Europäische Zentralbank strebt mittelfristig zwei Prozent für die Eurozone an – ein Wert, der Kaufkraft erhält, ohne Konsum oder Investitionen abzuwürgen.

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.

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