Die Aktie von SAP ist am Donnerstag um fast 16 Prozent eingebrochen – auf 165 Euro, den tiefsten Stand seit zwei Jahren. Der dramatische Absturz trifft Europas größten Softwarehersteller trotz deutlich gestiegener Gewinne. Der Grund: Das strategisch zentrale Cloud-Geschäft wächst langsamer als erwartet, was Anleger verunsichert.
Der Kursrutsch ist der stärkste Tagesverlust seit Herbst 2020. Damals hatte SAP seine Geschäftsziele drastisch gesenkt. Vom Rekordhoch vor einem Jahr hat die Aktie nun rund 30 Prozent verloren. Auch der DAX bekam den Schock zu spüren und fiel um 2,07 Prozent auf 24.309 Punkte.
Cloud-Wachstum enttäuscht Investoren
Das Problem liegt im Cloud-Geschäft, dem wichtigsten Wachstumstreiber. Der sogenannte Current Cloud Backlog – ein Maßstab für künftige Umsätze – wuchs 2025 um 25 Prozent. Das Ziel lag aber bei mindestens 26 Prozent. Für 2026 rechnet SAP mit einem Umsatzwachstum bei Cloud-Software von 23 bis 25 Prozent.
Finanzvorstand Dominik Asam räumte ein: «Offen gesagt ist dies eine stärkere Verlangsamung als wir erwartet hatten – und mehr als die leichte Abschwächung, die wir zu Beginn des letzten Jahres prognostiziert hatten.» SAP erklärt die Verzögerung mit komplexeren Verhandlungen bei Großaufträgen. Kunden fordern zunehmend Datensouveränität, was die Vertragsabschlüsse verlängert.
Starke Gewinne reichen nicht
Dabei kann SAP eigentlich starke Zahlen vorweisen. Der Umsatz stieg 2025 um acht Prozent auf 36,8 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis kletterte um 28 Prozent auf 10,4 Milliarden Euro. Der Nettogewinn verdoppelte sich mehr als auf 7,5 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatten Stellenabbaukosten das Ergebnis belastet.
Doch Anleger reagieren hochsensibel auf Kennzahlen des Cloud-Geschäfts. Der Übergang von einmaligen Lizenzverkäufen zu wiederkehrenden Abo-Erlösen gilt als entscheidend für die Zukunft. Auch die Konkurrenz durch KI-Entwicklungen und neue Wettbewerber setzt die Branche unter Druck.
Management zeigt sich kämpferisch
Chef Christian Klein versuchte bei der Bilanzvorlage in Walldorf zu beruhigen. «Ich mache diesen Job jetzt seit sechs Jahren. Ich habe viele Höhen und Tiefen erlebt», sagte er. SAP sei für das KI-Geschäft «einzigartig positioniert». Klein bekräftigte: «Dann werden wir auch wieder andere Zeiten erleben.»
Um Großaktionäre zu besänftigen, kündigte SAP ein Aktienrückkaufprogramm von zehn Milliarden Euro über zwei Jahre an. Solche Programme erhöhen den Gewinn je Aktie. Kritiker bemängeln allerdings, dass die Mittel nicht in Produkte fließen, sondern nur den Aktienkurs stützen sollen. Zusätzlich kauft SAP jährlich Aktien im Wert von 1,5 bis zwei Milliarden Euro zur Mitarbeitervergütung zurück.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.











