Iran hat eine nahezu vollständige landesweite Internet-Blockade verhängt. Die Organisation NetBlocks berichtete am Donnerstag über einen «fast vollständigen landesweiten Internet-Blackout» während massiver Proteste gegen die Staatsführung. Der IT-Anbieter Cloudflare bestätigte die Sperre und machte die iranische Regierung dafür verantwortlich.
Die Internet-Blockade dauert nach Angaben von NetBlocks inzwischen über 60 Stunden an. Die Organisation erklärte auf dem Onlinedienst X, die Zensurmaßnahme stelle «eine direkte Bedrohung für die Sicherheit und das Wohlergehen der Iraner in einem für die Zukunft des Landes entscheidenden Moment dar». Versuche, iranische Mobil- und Festnetznummern aus dem Ausland zu erreichen, scheiterten.
Proteste in fast 40 Städten
Die US-Organisation HRANA berichtete am Donnerstag, dass am Vortag Demonstrationen in fast 40 iranischen Städten stattfanden - darunter Teheran, Täbris, Maschad, Isfahan und Bandar Abbas. Die Proteste haben sich auf alle Provinzen des Landes ausgebreitet. Am Donnerstagabend versammelten sich Tausende Menschen in Teheran auf einer Hauptverkehrsader.
Augenzeugen berichteten der Nachrichtenagentur AP von Sprechchören in Teheran: «Tod der Islamischen Republik» und «Tod dem Diktator». Demonstranten riefen auch «Dies ist der letzte Kampf. Pahlavi wird zurückkehren» - eine Unterstützung für die Familie des 1979 gestürzten Schahs.
In Maschad setzten Sicherheitskräfte Tränengas gegen Demonstranten ein. Bewohner beschrieben die Situation «wie Krieg».
Dutzende Tote und Tausende Verhaftungen
Die norwegische Organisation Iran Human Rights (IHR) berichtete von mindestens 45 getöteten Demonstranten, darunter acht Minderjährige. Die Organisation berichtet: Behörden verhafteten mehr als 2.200 Menschen. IHR-Direktor Mahmud Amiry-Moghaddam erklärte am Donnerstag: «Die Unterdrückung weitet sich aus und wird von Tag zu Tag gewalttätiger.»
Iranische Behörden und Medien sprachen von 21 Toten, darunter auch Sicherheitskräfte. Die der Justiz zugehörige Nachrichtenagentur Misan berichtete, Unbekannte erstachen einen Polizeioberst vor Teheran. Die halbstaatliche Agentur Fars meldete, bewaffnete Personen hätten in Lordegan zwei Sicherheitskräfte getötet und 30 weitere verletzt.
Trump droht mit «harter Bestrafung»
US-Präsident Donald Trump warnte die iranische Führung vor Gewalt gegen Demonstranten. In einem Podcast sagte er: «Ich habe ihnen mitgeteilt, dass wir sie hart bestrafen werden, falls sie anfangen, Menschen zu töten, was sie während ihrer Unruhen, die ja häufig vorkommen, gerne tun.» Er bezeichnete die Iraner als «mutige Menschen».
Reza Pahlavi, Sohn des gestürzten Schahs und in der Exil-Opposition aktiv, hatte zu den Protesten für Donnerstag- und Freitagabend aufgerufen. In einem Video auf X sagte er: «Wo auch immer Sie sich befinden, ob auf der Straße oder sogar von Ihren eigenen Häusern aus, ich rufe Sie auf, genau zu dieser Zeit mit den Sprechchören zu beginnen.» Zuvor hatte er erklärt, dass «das Regime zutiefst verängstigt ist und erneut versucht, das Internet zu sperren».
Wirtschaftskrise als Auslöser
Die neue Protestwelle begann Ende Dezember. Auslöser war eine massive Wirtschaftskrise und der plötzliche Absturz der Landeswährung Rial auf ein Rekordtief gegenüber dem Dollar. Zunächst demonstrierten wütende Händler in Teheran, dann griffen die Proteste auf ländliche Regionen im Westen und schließlich auf Metropolen über.
Irans Präsident Massud Peseschkian hatte am Donnerstag auf seiner Webseite zu Zurückhaltung aufgerufen. «Jegliches gewalttätige oder nötigende Verhalten sollte vermieden werden», schrieb er und forderte «größtmögliche Zurückhaltung» sowie «Dialog, Engagement und ein offenes Ohr für die Forderungen der Menschen».
Ajatollah Ali Chamenei, Irans oberster Führer, verurteilte die Proteste am Freitag scharf. Er sprach von «Unruhestiftern» und «dem Land schädlichen» Kräften. «Es gibt auch Leute, deren Arbeit Zerstörung ist», sagte der 86-Jährige. Mit Bezug auf Trump fügte er hinzu: «Nur damit sich der Präsident der Vereinigten Staaten freut». Der Staatsführer sagte laut staatlichem Rundfunk: «Die Islamische Republik ist mit dem Blut von mehreren Hunderttausend ehrenhaften Menschen an die Macht gekommen.»
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.




