Iran: Polizisten applaudieren Demonstranten – Proteste erfassen 70 Städte

upday.com 4 godzin temu
Proteste im Iran erreichen eine neue Dimension mit geschlossenen Basaren (Symbolbild - KI-generiert) AI Generated Stock Image

Die Proteste im Iran haben eine neue Dimension erreicht. Seit zwei Wochen gehen Menschen landesweit gegen das Mullah-Regime auf die Straße – und erstmals schließen sich Gruppen an, die bisher als regime-treu galten: Basar-Händler in Teheran haben ihre Märkte geschlossen, Videos zeigen Polizisten, die Demonstranten von Hausdächern aus zuwinken und applaudieren. Die Proteste haben sich von den Großstädten auf mindestens 70 Kleinstädte und ländliche Regionen ausgeweitet.

Aktivisten berichten von mindestens 35 Toten und über 2.000 Festnahmen. In der überwiegend kurdischen Provinz Ilam kam es zu schweren Zusammenstößen mit Sicherheitskräften, die Tränengas einsetzten. In der Stadt Malekschahi zündeten Demonstranten drei Banken an. Bei einer Trauerfeier für getötete Protestierende skandierten Menschen: «Tod dem Diktator.»

Reza Asghari, iranisch-deutscher Bundestagsabgeordneter der CDU, erklärt die neue Dynamik: «Polizisten unterstützen die Proteste, weil auch sie keine Zukunft mehr sehen für ihre Kinder.» Der 64-Jährige, der 1987 nach Haft und Folter aus dem Iran floh, betont: «Bisher beschränkte sich der Widerstand auf Großstädte, inzwischen gehen die Menschen in fast jeder Kleinstadt auf die Straße.»

Wirtschaftskrise als Treiber

Die iranische Währung ist drastisch eingebrochen – erstmals kostet ein Euro mehr als 1,7 Millionen Rial auf dem freien Devisenmarkt. Die offizielle Jugendarbeitslosigkeit liegt bei 20 Prozent, die tatsächliche Zahl dürfte deutlich höher sein. Journalistin und Aktivistin Daniela Sepehri sagt: «Die Menschen in Iran rufen nicht nach Reformen, sie rufen nach einem Ende des Regimes.»

Aktivisten riefen auf Telegram zu einem landesweiten Protest im historischen Basar von Teheran auf: «Wenn ihr vorhabt, zum Einkaufen das Haus zu verlassen [...] lasst uns dieses Mal den Weg ändern. Nicht zu den Schaufenstern, nicht zum Glanz und Prunk, sondern kommt zum landesweiten Aufstand für Brot und Würde.» In einem Video vom Basar skandierten Demonstranten: «Freiheit, Freiheit, Freiheit.»

Das Regime reagiert mit Härte: Justizchef Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi kündigte laut Justizportal Misan Schnellverfahren an. «Zur schnellen, genauen und umfassenden Bearbeitung der Verfahren der Elemente der Unruhen wurden besondere Kammern unter Mitwirkung erfahrener Richter eingerichtet», erklärte er.

Größte Protestwelle seit 2022

Es ist die größte Protestwelle im Iran seit 2022, als der Tod der jungen Kurdin Mahsa Amini in Polizeigewahrsam nach ihrer Festnahme wegen angeblicher Verstöße gegen die Kleiderordnung landesweite Massenproteste auslöste. Expertin Düzen Tekkal bewertet die aktuelle Lage: «Regime ist so geschwächt wie nie zuvor.»

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.

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