Israelische Truppen haben am Dienstag das Hauptquartier des UN-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) in Ost-Jerusalem gestürmt. Bulldozer rissen anschließend Gebäude auf dem Gelände ab. Zugleich feuerten israelische Kräfte Tränengas auf eine palästinensische Berufsschule – die zweite Attacke auf eine UN-Einrichtung innerhalb kurzer Zeit.
UNRWA meldete den Vorfall über die Plattform X und sprach von einem beispiellosen Angriff auf international geschützte Räumlichkeiten. Die Organisation versorgt rund 2,5 Millionen palästinensische Flüchtlinge in Gaza, im Westjordanland und in Ost-Jerusalem sowie drei Millionen weitere in Syrien, Jordanien und im Libanon. Sie betreibt Schulen, Gesundheitseinrichtungen und andere Infrastruktur.
Israelischer Minister feiert «historischen Tag»
Roland Friedrich, UNRWA-Direktor für das Westjordanland, sagte gegenüber AP: «Was wir heute gesehen haben, ist der Höhepunkt von zwei Jahren der Hetze und Maßnahmen gegen UNRWA in Ost-Jerusalem.» Er bezeichnete die Aktionen als Verstoß gegen internationales Recht.
Israels Nationaler Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir erschien am Schauplatz im Stadtteil Sheikh Jarrah und nannte es gegenüber AP «ein historischer Tag.» Truppen hissten über der Einrichtung eine israelische Flagge.
UNRWA warnt vor weitreichenden Folgen
UNRWA-Generalkommissar Philippe Lazzarini erklärte in einem Statement auf X: «Dies erfolgt im Zuge weiterer Schritte der israelischen Behörden, die palästinensische Flüchtlingsidentität auszulöschen.» Er warnte: «Dies muss ein Weckruf sein. Was heute mit UNRWA geschieht, wird morgen jeder anderen internationalen Organisation oder diplomatischen Mission widerfahren, ob in den besetzten palästinensischen Gebieten oder anderswo auf der Welt.»
Die Organisation bestreitet alle israelischen Vorwürfe.
Israel ist völkerrechtlich verpflichtet, die Unverletzlichkeit von UN-Einrichtungen zu respektieren.
Hintergrund des Konflikts
Israel wirft UNRWA vor, mit der Hamas zusammenzuarbeiten und von Kämpfern der Terrorgruppe unterwandert zu sein. Die Knesset verabschiedete vergangenes Jahr ein Gesetz, das UNRWA-Operationen auf israelischem Territorium einschließlich Ost-Jerusalem verbietet. Seit Beginn des Gaza-Kriegs vor mehr als zwei Jahren hat Israel die Angriffe auf die Organisation intensiviert.
Die Hamas hatte Israel im Oktober 2023 angegriffen und damit den Nahostkrieg ausgelöst. Israel reagierte mit einer massiven Militäroffensive gegen den Gazastreifen. Seit Oktober 2025 gilt ein Waffenstillstand, der jedoch als sehr fragil gilt.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.




