Thüringens erste neu gebaute Moschee ist am Samstag in Erfurt eingeweiht worden. Die Ahmadiyya-Gemeinde feierte die Eröffnung der Mahmud-Moschee mit 120 geladenen Gästen - darunter Ministerpräsident Mario Voigt (CDU), Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow und hochrangige Kirchenvertreter. Angekündigte Proteste blieben aus. Die Zeremonie verlief friedlich und markiert einen Wendepunkt nach sieben Jahren konfliktreicher Bauzeit.
Suleman Malik, Präsident der Ahmadiyya-Gemeinde Thüringen, sprach von einem besonderen Moment: «Dass wir heute in dieser fertigen Moschee sitzen dürfen, ist keine Selbstverständlichkeit. Der Weg war lang und von vielen Herausforderungen, Gesprächen und Prüfungen geprägt, umso größer ist unsere Dankbarkeit.» Die Moschee solle ein Haus des Gebets, des Dialogs und der gegenseitigen Wertschätzung werden. «Es soll Brücken bauen», betonte Malik.
Bau kostete 1,4 Millionen Euro
Die Moschee steht in einem Gewerbegebiet am Stadtrand von Erfurt. Sie verfügt über eine Kuppel und ein acht Meter hohes Zierminarett. Finanziert wurde der Bau ausschließlich durch Spenden - Gesamtkosten: 1,4 Millionen Euro. Das Gebäude umfasst einen schlichten Gebetsraum und eine Wohnung für den Imam. In Thüringen leben etwa 100 Mitglieder der Ahmadiyya-Gemeinde.
Der Bau dauerte sieben Jahre und war von vielfachen Anfeindungen begleitet. Im Sommer 2017 errichteten Moschee-Gegner meterhohe Protestkreuze auf dem Baugelände und spießten Schweinekadaver auf. Kritiker bezeichneten das Zierminarett als «Bedrohung der Freiheit». Die Ahmadiyya-Gemeinde versteht sich als weltweite islamische Reformbewegung, wird aber von vielen anderen muslimischen Strömungen nicht anerkannt und teils verfolgt.
Zuspruch von Politik und Kirchen
Bodo Ramelow, der das Projekt als früherer Ministerpräsident unterstützt hatte, wünschte der Gemeinde einen «kraftvollen Start in die Glaubensarbeit und dass dieser Ort nicht beschmiert, geschändet und diskriminiert wird». Ministerpräsident Voigt gratulierte per Videobotschaft und bezeichnete den Tag als einen der großen Freude. Religion sei Ausdruck von Heimat - die Gemeinde habe in Erfurt Wurzeln geschlagen.
Erfurts Oberbürgermeister Andreas Horn (CDU) äußerte die Hoffnung, die Moschee werde ein Ort der Begegnung. An der Feier nahmen auch der katholische Bischof Ulrich Neymeyr, der evangelische Landesbischof Friedrich Kramer und der Vorsitzende der jüdischen Landesgemeinde, Reinhard Schramm, teil. Neymeyr erklärte, er freue sich über die Eröffnung und hoffe, sie sende ein positives Signal für Religionsfreiheit in Länder, in denen Christen beim Bau von Gotteshäusern behindert werden.
Abdullah Uwe Wagishauser, Bundesvorsitzender der Ahmadiyya-Gemeinde, erinnerte an frühere Erfahrungen: «Als wir 2008 die erste Moschee in Ost-Berlin eingeweiht haben, da standen wir allein da. Aber hier in Erfurt waren wir nie allein.» Die Moschee ist die erste neu gebaute in Ostdeutschland außerhalb Berlins. Bundesweit hat die Ahmadiyya-Gemeinde etwa 60.000 Mitglieder und mehr als 60 Moscheen.
Am Sonntag öffnet die Mahmud-Moschee von 10 bis 18 Uhr ihre Türen für einen Tag der offenen Moschee.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.








