Nach Zinswende-Boom: Bauspargeschäft kühlt deutlich ab

upday.com 11 godzin temu
Nach der Renaissance des Bausparvertrags normalisiert sich das Geschäft mit dem Finanzprodukt wieder. (Symbolbild) picture alliance / Felix Kästle/dpa

Das deutsche Bauspargeschäft erlebt eine deutliche Abkühlung. Sowohl private als auch öffentliche Bausparkassen melden rückläufiges Neugeschäft in den ersten neun Monaten 2025 – eine Normalisierung nach dem außergewöhnlichen Boom, den die Zinswende Mitte 2022 ausgelöst hatte.

Die Landesbausparkassen (LBS) schlossen in den ersten neun Monaten 2025 rund 297.000 neue Verträge ab – ein Minus von 13,9 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Die Bausparsumme sank noch stärker: um 20,8 Prozent auf 16,5 Milliarden Euro. Die LBS haben einen Marktanteil von über einem Drittel in Deutschland.

Bernd Hertweck, Verbandschef der Privaten Bausparkassen und Vorstandsvorsitzender der Bausparkasse Wüstenrot, ordnet die Entwicklung ein: «Nach den außergewöhnlichen Jahren der Zinswende hat sich das Bauspargeschäft erwartungsgemäß normalisiert». Trotz des Rückgangs bleibe das Interesse hoch. «Viele Menschen suchen Planungssicherheit – gerade in einem wieder deutlich volatileren Zinsumfeld.»

Warum der Boom nach 2022

Die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank hatte das Bauspargeschäft jahrelang unter Druck gesetzt – billige Kredite waren nach der Finanzkrise Standard. Das änderte sich mit der Zinswende Mitte 2022: Immobilienkredite mit mehr als zehn Jahren Zinsbindung kosten bei guten Konditionen heute über vier Prozent. Bausparverträge bieten dagegen Darlehenszinsen zwischen etwa 0,45 und knapp 2,5 Prozent – abhängig von Tarif, Laufzeit und Ansparphase.

Das Prinzip: Sparer zahlen regelmäßig ein und erhalten später das Recht auf einen Kredit mit vergleichsweise niedrigen Zinsen. Hertweck betont: «Bausparen ist heute mehr denn je ein Instrument der Vorsorge. Es verbindet den kontinuierlichen Aufbau von Eigenkapital mit der langfristigen Absicherung günstiger Darlehenszinsen - und das gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit».

Die EZB hat seit Mitte 2024 ihren Leitzins gesenkt – er liegt seit Juni stabil bei 2,0 Prozent. Baden-Württemberg bleibt Kernregion der Branche: Die vier dort ansässigen Bausparkassen – Schwäbisch Hall, LBS Süd, Wüstenrot und Deutsche Bausparkasse Badenia – vereinten 2024 über 60 Prozent der neu abgeschlossenen Bausparsumme auf sich.

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.

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