Eine niederländische Kochbuchautorin hat die Debatte um den Ursprung der Spaghetti Carbonara neu entfacht. Janneke Vreugdenhil entdeckte in einer niederländischen Zeitung von 1939 einen Artikel, der "Spaghetti alla Carbonara" erwähnt – Jahre bevor US-Soldaten das Gericht angeblich nach Italien brachten. Der Fund stellt die gängige Theorie infrage, dass die beliebte Pasta-Spezialität eine amerikanische Erfindung ist.
Der Artikel stammt aus der niederländischen Zeitung "De Koerier" vom 23. August 1939, erschienen kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs. Die damalige Rom-Korrespondentin Norah Koch Berkhuijsen beschrieb in ihrer Kolumne "Menschen en Dingen van Rome" zwei Gastwirte im römischen Stadtteil Trastevere. Einer von ihnen servierte "Spaghetti nach Köhlerart" – die deutsche Übersetzung von Carbonara.
Erleichterung in Italien
Die Entdeckung löste in Italien große Erleichterung aus. Das Gourmet-Magazin Gambero Rosso kommentierte: «Die Carbonara könnte älter sein, als wir immer gedacht haben.» Die Zeitung La Repubblica jubelte: «Nein, es waren nicht die Amerikaner!» Viele Italiener hatten es als Kränkung empfunden, dass Carbonara wie Kaugummi, Coca-Cola und Rock 'n' Roll aus den USA stammen sollte.
Die vorherrschende Theorie besagte bisher, dass US-Soldaten am Ende des Zweiten Weltkriegs Bacon und Eipulver aus ihren Tagesrationen nach Italien brachten. Das erste schriftliche Carbonara-Rezept in den USA datiert von 1952, in Italien erschien eines erst im August 1954. Der Kulturhistoriker Alberto Grandi hatte in seinem Standardwerk "Mythos Nationalgericht" Carbonara als «ganz klar ein amerikanisches Gericht» bezeichnet. Er behauptete: «Ich würde behaupten, dass sie nichts anderes sind als ein typisch amerikanisches Frühstück (Eier mit Speck), dem man Nudeln hinzufügte.»
Skepsis bleibt
Grandi zeigt sich von der neuen Entdeckung unbeeindruckt. Er sagte gegenüber dpa: «Wir wissen jetzt lediglich, dass 1939 jemand diesen Namen für eine Spaghetti-Soße verwendet hat.» Der Professor ergänzte: «Das bedeutet aber nicht, dass das Gericht bereits in seiner heutigen Form existierte. Die Verfügbarkeit der Zutaten wie Guanciale, Eier in dieser Form und Parmesan sowie vor allem das völlige Fehlen des Rezepts in Kochbüchern wiegen schwerer als eine einzelne Quelle.»
Trotz der Debatte über den Ursprung herrscht in Rom Konsens über die richtige Zubereitung: Die traditionelle Carbonara besteht aus Guanciale, geriebenem Käse, Eiern und wird mit kurzen, breiten Röhrennudeln serviert. Sahne hat in dem Gericht nichts zu suchen.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.








