Sechs Siege in sieben Kämpfen: Wie Gol Agha Haddi aus Afghanistan Profiboxer wurde

upday.com 2 godzin temu
Der Profiboxer Gol Agha Haddi träumt vom Weltmeistertitel (Symbolbild - KI-generiert) AI Generated Stock Image

Gol Agha Haddi schlägt hart zu – im Boxring und im Leben. Der 22-jährige Profiboxer trainiert täglich zwei bis drei Stunden im Boxkeller eines Caritas-Stadtteiltreffs in Schwerin. Was ihn besonders macht: Er kam als Kinderflüchtling aus Afghanistan nach Deutschland und hat sich durch den Sport einen Weg gebaut. Sieben Profikämpfe hat er bestritten, sechs davon gewonnen. Jetzt träumt er vom Weltmeistertitel, wie die Nachrichtenagentur KNA berichtet.

Die Flucht aus Afghanistan liegt Jahre zurück, doch die Erinnerungen bleiben. Mit sechs oder sieben Jahren verließ Haddi mit seiner Familie das Land – wegen Armut und für eine bessere Zukunft der Kinder. «Wir mussten arbeiten, damit wir überhaupt etwas zu essen haben», erinnert sich Haddi. Seine Eltern sagten damals: «Für uns ist es egal, wir sind alt. Aber ihr sollt eine Zukunft haben»

Die Flucht führte über die Türkei und Griechenland, auch mit einem Schlauchboot übers Mittelmeer. Haddi erlebte auf der Reise den Tod von Menschen. «Das war eine richtig harte Zeit», sagt er heute. Die Bilder verfolgen ihn noch: «Das kommt nachts wieder. Das vergisst man nicht einfach.»

In Deutschland angekommen, lebte die Familie drei Jahre in einer Flüchtlingsunterkunft, bevor sie eine dauerhafte Bleibe erhielt. Haddi musste sich in eine neue Sprache und Kultur einfinden, kämpfte mit Krankheiten nach der Flucht. Mitschüler mobbten ihn in der Schule. «Was willst du denn hier?» und «Geh dahin, wo du herkommst!» hörte er damals.

Boxen als Anker

Das Boxen markierte für Haddi den Wendepunkt. «Das Boxen hat mir richtig viel beigebracht: Disziplin, an sich selber glauben, Zusammenhalt, Pünktlichkeit», sagt er. Der Sport diente als Ventil und Halt zugleich. Im Caritas-Stadtteiltreff Krebsförden fand er nicht nur einen Trainingsort, sondern auch eine Gemeinschaft. «Das ist für mich wie eine Familie. Wenn ich Probleme habe, sei es Arbeit, sei es persönlich - hier kann ich darüber reden»

Zentral für seinen Weg war die Begegnung mit Trainer Detlef Krause vor etwa zwölf Jahren. Der 62-Jährige baute den Boxkeller auf und entwickelte sich zu einer Vaterfigur. «Er ist wie ein Vater für mich», sagt Haddi. Krause erinnert sich an das erste Treffen: «Man sieht manchmal Menschen, die mag man gleich» Er beschreibt seinen Schützling: «Golli ist höflich, respektvoll und sehr ehrgeizig.» Krause half ihm, sein Leben zu strukturieren – auch mit klaren Ansagen: «ey, pass mal auf, reiß dich zusammen, geh mal arbeiten, mach mal eine richtige Ausbildung.»

Die Bilanz kann sich sehen lassen: Sieben Profikämpfe hat Haddi absolviert, sechs davon gewonnen. Der jüngste Kampf ging verloren – doch die Niederlage spornt ihn an. Er trainiert noch härter, vor Wettkämpfen sogar mehr als drei Stunden täglich. Krause weiß um die Herausforderungen: «Der Weg dahin ist richtig hart. Kämpfe müssen organisiert und bezahlt werden. Aber wir hauen richtig rein.»

Traum vom Weltmeistertitel

Heute ist Haddi deutscher Staatsbürger, Vater eines kleinen Sohnes und arbeitet als Hausmeister. Doch der große Traum treibt ihn weiter: «Ich möchte Weltmeister werden und einen Gürtel holen. Und ich möchte mein eigenes Gym aufmachen.» In diesem Gym will er weitergeben, was ihm selbst geholfen hat. «Ich will junge Menschen von der Straße wegholen und ihnen zeigen, dass man mit Sport etwas erreichen kann.»

Der Boxkeller im Caritas-Treff ist ein besonderer Ort: Ein Kreuz hängt an der Wand, ein Bild zeigt einen Bischof beim Segnen des Rings. Haddi ist Muslim, doch Religion spielt hier keine Rolle – nur Respekt und Toleranz. Der Raum bietet kostenloses Training, Beratung und Unterstützung für alle, die kommen. Für Haddi ist es der Ort, an dem er nach der Flucht aus Afghanistan seine neue Heimat gefunden hat.

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.

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