Die Gewerkschaft Verdi hat für Mittwoch zu einem ganztägigen Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr in München und Nürnberg aufgerufen. U-Bahnen, Straßenbahnen und die meisten Buslinien fallen aus – nur zwei Tage vor der zweiten Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt. Es ist bereits der zweite Warnstreik in Bayern während dieser Tarifrunde.
Die Auswirkungen treffen Pendler und Studierende in der Prüfungsphase hart. In München fahren aus Sicherheitsgründen keine U-Bahnen. Bei den Straßenbahnen hängt der Betrieb vom verfügbaren Personal ab – sollten sie fahren, priorisieren die Verkehrsbetriebe die Linie 20 in der Dachauer Straße. Private Unternehmen halten den Busverkehr nur stark eingeschränkt und unregelmäßig aufrecht.
In Nürnberg stehen alle drei U-Bahn-Linien und sämtliche Straßenbahnen still. Die Verkehrs-Aktiengesellschaft (VAG) bietet einen Notbetrieb auf 16 Buslinien nach dem NightLiner-Netz an, die stündlich vom Hauptbahnhof abfahren. Die VAG bemüht sich um einen 30-Minuten-Takt.
Der Streik betrifft S-Bahnen und Regionalbahnen der Deutschen Bahn nicht. Auch einige von privaten Dienstleistern betriebene Buslinien fahren weiter.
Verdi fordert deutliche Verbesserungen
Verdi verlangt für die rund 9.000 Beschäftigten bei etwa 20 Unternehmen in Bayern eine Lohnerhöhung von 668,75 Euro und will die wöchentliche Arbeitszeit verkürzen. Sinan Öztürk, stellvertretender Landesbezirksleiter von Verdi, sagte: «Ein positives Signal seitens der Arbeitgeber hätte den zweiten Streiktag verhindert.» Öztürk führt den Streik darauf zurück, dass die Arbeitgeber mit ihren Äußerungen überdeutlich machten, dass sie die Nöte der Beschäftigten nicht ernst nähmen.
Die bayerischen Städte weisen die Forderungen als zu teuer zurück. Sie verweisen auf die angespannte Finanzlage vieler Kommunen und die steigenden Defizite der Verkehrsbetriebe in den vergangenen Jahren.
Die Tarifparteien schlossen den letzten Tarifvertrag für den bayerischen Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) 2023 ab. Er lief 2024 aus. Bereits am vergangenen Montag hatte ein erster Warnstreik München und Nürnberg lahmgelegt.
Verkehrschaos erwartet
Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) rechnet mit erheblich mehr Verkehr und spürbaren Verzögerungen, besonders im Berufsverkehr auf Hauptstraßen und Stadtautobahnen. Bei einem früheren Streik stieg die Staubelastung in München während der morgendlichen Rushhour laut dem Verkehrsdatenexperten TomTom auf mehr als das Dreifache des Jahresdurchschnitts.
Am Mittwochabend verschärft das Pokal-Spiel des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zwischen dem FC Bayern und RB Leipzig die Lage zusätzlich. Rund um die Allianz-Arena drohen massive Verkehrsbehinderungen.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.








