Ein Stromausfall hat 45.000 Haushalte und 2.200 Firmen im Südwesten Berlins seit Samstag früh in Kälte und Dunkelheit gestürzt. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung, nachdem ein Feuer an einer Kabelbrücke über dem Teltowkanal beim Kraftwerk Lichterfelde wichtige Stromleitungen beschädigt hatte. Stromnetz Berlin rechnet mit Stromversorgung erst ab Donnerstagnachmittag – während draußen Minusgrade herrschen.
Die Sprecherin von Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) geht von einer mutwilligen Tat aus. Die sehr dicken Hochspannungskabel seien anders kaum zu beschädigen. Der Berliner Staatsschutz prüft derzeit die Echtheit eines Bekennerschreibens. Die zuständige Behörde teilte auf X mit: «Unsere Kolleginnen und Kollegen prüfen derzeit die Authentizität dieses Schreibens.»
Nach Informationen des RBB hat sich die anarchistische Gruppe «Vulkangruppe» zu der Tat bekannt. Die Gruppe war bereits im März 2024 für einen Anschlag auf einen Strommast in Brandenburg verantwortlich, der das Tesla-Werk in Grünheide lahmlegte.
Erste Nacht ohne Strom und Heizung
Der Stromausfall trifft die Stadtteile Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde. Viele Bewohner verbrachten die erste Nacht bei Freunden oder Verwandten. Andere verharrten in ihren ungeheizten Wohnungen. Bezirksstadtrat Tim Richter (CDU) erwartet steigende Nachfrage nach Notunterkünften, da die Häuser bei den angekündigten Minusgraden weiter auskühlen werden.
Auf der Online-Plattform Reddit schilderten Betroffene ihre Situation. Ein Nutzer berichtete: «[...] 2 Hosen, 3 Pullis. Mitten in Zehlendorf. Alles dunkel. Keine Laterne brennt mehr, Ampeln aus. Nur Blaulicht. Alle paar Std ins Auto ne halbe Std fahren, Handy aufladen und News lesen [...]» Ein anderer schrieb: «[...] Ganzes Haus ist leer, alle Nachbarn geflohen. Draußen auch komplett dunkel.»
In Lichterfelde kämpfen Bewohner mit zusätzlichen Problemen. Ein Reddit-Nutzer berichtete: «[...] Kalt und auch alles extrem dunkel, da die elektrischen Rollläden unten waren, als der Strom ausging. Versuchen zu verhindern, dass die Rohre kaputt gehen.» Andere beschrieben, wie sie ihre Familien aufteilen und bei Freunden unterkommen müssen.
Notmaßnahmen und Hilfe
Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf hat Notunterkünfte mit 250 Betten eingerichtet. Das Bezirksamt rief auf: «Da der Stromausfall noch auf unbestimmte Zeit andauern wird, weichen Sie bitte auf Familie, Freunde und Bekannte aus.» Kirchengemeinden wie Emmaus, Paulus und das Matthäus Gemeindehaus am Steglitzer Kreisel öffneten ihre Räume als Wärmestuben.
Die Feuerwehr richtete Notfall-Annahmestellen am Rathaus Wannsee, der Carl-Schumann-Sportanlage und am Mexikoplatz ein. Rund 300 Polizisten patrouillieren in den betroffenen Gebieten und haben Lichtmasten aufgestellt. Per Lautsprecherwagen und in sozialen Netzwerken geben sie Sicherheitshinweise: «Prüfen Sie daher, ob Sie die Möglichkeit haben, bei Freunden oder Verwandten unterzukommen. Nutzen Sie Mobiltelefone sparsam. Denken Sie an ältere oder hilfsbedürftige Personen und bieten Sie Hilfe an. [...]»
Mehrere Pflegeheime verlegten Bewohner in andere Einrichtungen. Krankenhäuser schalteten auf Notstromversorgung um.
Supermärkte und zahlreiche Geschäfte blieben geschlossen. Auch Fernwärme fällt aus, da die Pumpen Strom benötigen.
Winterwetter verschärft die Lage
Die Reparatur der beschädigten Hochspannungskabel dauert normalerweise fünf Wochen. Stromnetz Berlin will provisorisch innerhalb weniger Tage wieder Strom liefern. Das Winterwetter erschwert die Arbeiten zusätzlich.
Der Deutsche Wetterdienst warnt vor anhaltender Kälte in Berlin und Brandenburg. In der Nacht zu Montag sinken die Temperaturen auf minus zwei bis minus fünf Grad. Montag wird durchgehend Frost bei minus zwei bis null Grad herrschen. In den folgenden Nächten sind Tiefstwerte deutlich unter minus zehn Grad möglich.
Ein Tiefdruckgebiet über der Ostsee lenkt kalte Polarluft nach Berlin und Brandenburg. Am Sonntag fallen lokal ein bis drei Zentimeter Neuschnee. Glättegefahr besteht ganztägig. Bereits am Freitag hatte ein Lkw auf der A9 bei Potsdam wegen Blitzeis die Fahrbahn blockiert.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.




